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Musikbibliothek/Sondersammlungen - Einblick in die Schatzkammer der Stadtbibliothek |
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»Antiphonarium« - Pergamenthandschrift um 1450 (Signatur: II. 1. 2° 1). Ein Melodienbuch mit Gesängen der katholischen Kirche aus der Sammlung des Leipziger Organisten und Musikforschers Carl Ferdinand Becker (1804 - 1877). Aus dem Bestand der Musikbibliothek der Leipziger Stadtbibliothek.
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Die Musikbibliothek und Sondersammlungen der Leipziger Stadtbibliothek bieten ihren Ausleihbestand im Interim an. Altbestände, wertvolle Sonderbestände sowie der Max-Schwimmer-Nachlass sind an verschiedenen Standorten ausgelagert. Die Nutzung ist in der Zeit des Interims leider nicht möglich. Nur in besonders dringenden Ausnahmen versuchen wir die Bereitstellung der Medien zu organisieren. Dazu richten Sie Ihr Anliegen an die Leiterin des Bereiches Musikbibliothek / Sondersammlung Frau Brigitte Geyer Telefon: 0341 123-5383
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Musikbibliothek
Die Leipziger Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz ist vielen Bürgern aus Leipzig und seinem Umland zu einer wichtigen und liebgewordenen Einrichtung geworden. Dass sich seit Anfang der 90er Jahre in diesem wunderschönen und historischen Gründerzeithaus auch die Musikbibliothek Leipzig befindet, und zwar die zweitgrößte Öffentliche Musikbibliothek Deutschlands, ist aber vielen nicht bewusst. Dabei hat die Musikbibliothek eine jahrhundertealte Geschichte und Tradition, so dass man fast jährlich einen Anlass für ein Jubiläum finden könnte. Im April 2006 konnte die Musikbibliothek Leipzig gemeinsam mit ihren Benutzern, Freunden und Förderern „150 Jahre Carl-Ferdinand-Becker-Sammlung“ feiern.
Diese Sammlung wurde 1856 von Carl Ferdinand Becker an die Stadt Leipzig gegen eine jährliche Leibrente von 100 Talern und dem Versprechen der „Gesonderten Aufstellung als ‚C.F. Beckers musikalische Bibliothek’ entsprechend den Katalogen und Signaturen in 4 Abteilungen" übergeben. Der Stiftungsvertrag wurde von den Stadträten genehmigt und im September 1856 übergab Becker die Sammlung der Stadtbibliothek. Carl Ferdinand Becker war Organist an der Peters- und Nikolaikirche zu Leipzig und lebte von 1804 bis 1877. Er gehörte neben Robert Schumann, Moritz Hauptmann u. a. zum ersten Lehrerkollegium der 1843 von Felix Mendelssohn Bartholdy gegründeten Hochschule für Musik, damals Conservatorium für Musik. Sie war die erste Musikhochschule Deutschlands überhaupt. Außerdem war er Komponist und Musikschriftsteller. Seine für berufliche Zwecke angelegte Bibliothek ist eine universal angelegte Sammlung, die mit ca. 3500 Titel alle Epochen, Gattungen und Formen der Musik berücksichtigt. Die Übernahme dieser Sammlung gilt als die eigentliche Gründung der Musikabteilung der Stadtbibliothek, da bis zu diesem Zeitpunkt nur ein sehr lückenhafter und kaum systematisch gesammelter Bestand an Musikalien und musiktheoretischen Werken nachzuweisen war.
Heute ist die Musikbibliothek der Leipziger Stadtbibliothek eine wirkliche Schatzkammer mit umfangreichen und zum Teil sehr seltenen Beständen an Autographen, Handschriften, Erst- und Frühdrucken, Musikliteratur und Musikalien, Tonträgern, Archivfilmen, Bildern, Grafiken und Medaillen, die von aufgeklärten Bürgern über Jahrhunderte hinweg angelegt wurde. Als Öffentliche Musikbibliothek stellt sie sich den umfangreichen Aufgaben und Verpflichtungen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Leipzig , die für Ausbildung, Freizeit und Musikinteresse Noten, Bücher und vor allem CD’s ausleihen, ebenso wie den hochqualifizierten Anfragen aus dem Bereich der Wissenschaft und Lehre zu dem außergewöhnlichen Altbestand, die aus dem In- und Ausland gestellt werden. Der Bestand an sehr alten und auch seltenen Musikalien und Musikliteratur in der Musikbibliothek Leipzig steht in direktem Verhältnis zum reichen und jahrhundertealten Musikleben Leipzigs. Die Altbestände sind kulturelles Gedächtnis unserer Stadt und der Region. So besitzt die Leipziger Stadtbibliothek seit 1839 die Musikaliensammlung des Leipziger Universitätsprofessors Karl Heinrich Ludwig Pölitz mit ca. 380 Handschriften und 250 Drucken, darunter durch die Abschrift Pölitz selbst überlieferte Kompositionen von Bach, Krebs, Tag u.a.. Pölitz begann mit der Anlage seiner Sammlung um 1785, die um 1800 im wesentlichen abgeschlossen war. Sie ist als geschlossen erhaltene Gebrauchsbibliothek eines eifrigen Musikliebhabers anzusehen.
Seit 1856 verfügt die Leipziger Stadtbibliothek über die Sammlung des Leipziger Organisten und Musikforschers Carl Ferdinand Becker. Sie umfasst Vokal- und Instrumentalmusik in gleichem Maße und reicht von der geistlichen Musik bis zum Volkslied, von der Sinfonie bis zum Tanz. Zu einem der ersten Exemplare dieser Sammlung gehört sicher die von Carl Ferdinand Beckers Vater zu Weihnachten 1829 geschenkte Partitur von Mozarts Oper „La Clemenza di Tito“, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1809. Sie enthält eine sehr persönliche und liebevolle Widmung des Vaters von Becker „für Fleiss und Arbeitsamkeit“. Eine wirkliches Findbuch sind die beiden handgeschriebenen Folianten, der Katalog der Becker-Sammlung. Eine der bekanntesten Handschriften ist das Andreas-Bach-Buch, eine Sammelhandschrift, die im Umkreis J.S. Bachs entstand und zahlreiche Klavier- und Orgelkompositionen desselben sowie seiner Zeitgenossen überliefert. Diese Sammelhandschrift gilt unter Bach-Spezialisten als besondere Fundgrube. Die große Anzahl von Lauten- und Orgeltabulaturen in historischer Notation, gedruckt und handgeschrieben, in der Becker-Sammlung ist fast einmalig in Deutschland. Auch aus diesem Grund fand die erste Jahrestagung der Deutschen Lautengesellschaft ein Jahr nach ihrer Gründung 1997 in der Musikbibliothek der Leipziger Stadtbibliothek statt.
Für Wagner-Liebhaber ist die Richard-Wagner-Sammlung des Hamburger Kaufmanns Rudolf Hagedorn eine Fundgrube. Diese gelangte 1920 durch testamentarische Verfügung in die Stadt Leipzig. Leider wurde die Sammlung geteilt. Die Musikliteratur, ca. 2000 Bände des bis zum 1. Weltkrieg erschienenen in- und ausländischen Wagner-Schrifttums, blieb in der Stadtbibliothek. Musikalien, Bild- und andere Dokumente erhielt das Stadtgeschichtliche Museum.
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Und die Notenautographe und Widmungsexemplare der Taut-Sammlung, die Kompositionen vor allem Leipziger Komponisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts umfasst, stellt für die Musikwissenschaft ein reiches Betätigungsfeld dar. Die 850 Manuskripte und Widmungsexemplare der Sammlung des Musikwissenschaftlers, Bibliothekars und Herausgebers Kurt Taut kamen 1939 in die Leipziger Stadtbibliothek. Die Briefe wurden an die Universitätsbibliothek Leipzig 1962 übergeben. Zu dieser Sammlung gehört auch eine Partiturabschrift der C-Dur-Sinfonie von Franz Schubert, die der Bruder des Komponisten, Ferdinand Schubert angefertigt hatte. Diese Abschrift gelangte in die Hände Robert Schumanns, der diese wiederum Felix Mendelssohn Bartholdy zur Verfügung stellte. Nach dem Studium dieser Komposition entschloss sich der damalige Gewandhauskapellmeister Mendelssohn zur Uraufführung mit dem Gewandhausorchester 1838. Auch für den Erstdruck der Partitur dieser Sinfonie bei Breitkopf & Härtel diente diese Abschrift.
Dieser Sammeltradition folgend wurden auch in den vergangenen Jahrzehnten Nachlässe Leipziger Musikerpersönlichkeiten, wie Wilhelm Weismann, Johannes Weyrauch, Franz Konwitschny, Erhard Mauersberger, Kurt Thomas und Hellmuth Christian Wolff erworben sowie Autographe lebender Leipziger Komponisten angekauft, darunter Siegfried Thiele, Karl Ottomar Treibmann, Günter Neubert, Reinhardt Pfundt und Thomas Christoph Heyde.
Brigitte Geyer Leiterin der Musikbibliothek der Leipziger Städtischen Bibliotheken |
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Regionalkundliche Bibliothek
Der wertvolle historische Bestand der Regionalkundlichen Bibliothek reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Hier finden Sie u.a. Bücher, Chroniken, Jahrbücher, Karten über Sachsen, Tageszeitungen und Adressbücher aus Leipzig. |
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Literaturarchiv
Zum Bestand des Literaturarchivs zählen Typoskripte, Manuskripte, Briefe, Tagebücher - die literarischen Vor- und Nachlässe von Autoren der Region Leipzig. Außerdem befindet sich im Archiv die Sammlung zum literarischen Leben in Leipzig ab 1945. |
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Max Schwimmer Nachlass
Seit November 1995 hat die Leipziger Stadtbibliothek den künstlerischen Nachlass des Malers und Graphikers Max Schwimmer in ihre Obhut genommen. Er ergänzt die Sondersammlungen im Bereich der bildenden Kunst... mehr |
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