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Vorträge zur Stadtgeschichte

In Vorbereitung auf das Stadtjubiläum 2015 und im Zuge der wissenschaftlichen Arbeiten an der vierbändigen Stadtgeschichte wurde der Ruf nach einem angemessenen Forum für die Vorstellung laufender Arbeiten und aktueller Forschungsergebnisse laut. Gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig, der Universität Leipzig und dem Leipziger Geschichtsverein wurde eine neue Vortragsreihe ins Leben gerufen, die sich vor allem an die interessierte Öffentlichkeit richtet.
Vierteljährlich sollen Nachwuchswissenschaftler/-innen oder ausgewiesene Experten und Expertinnen ein stadtgeschichtliches Thema verständlich präsentieren. Auch der Auftritt von auswärtigen Referentinnen und Referenten sowie renommierter Vertreter/-innen des Forschungsgebietes Stadtgeschichte ist geplant.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildete im November 2011 der Vortrag des Leiters des Instituts für vergleichende Städtegeschichte Münster, Prof. Dr. Werner Freitag, der auch Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Projekts "Wissenschaftliche Stadtgeschichte Leipzigs 2015" ist.

wo

Kunsthalle der Sparkasse Leipzig, Otto-Schill-Straße 4a

wann

Zu den angegebenen Terminen, jeweils 19:30 Uhr

Der Eintritt ist stets kostenfrei; eine Voranmeldung nicht nötig.

 

Öffentliche Veranstaltungen 2012

 

14. Juni 2012: Ritual der Mächtigen

spacer Dr. Andreas Schneider, Bildquelle: privat
Die Leipziger Stadteliten und das Festmahl der "Gelben Suppe" im 19. Jahrhundert

Das nach dem gleichnamigen Auftaktgericht benannte Festmahl der „Gelben Suppe“ erscheint heute als eine höchst merkwürdige Besonderheit sächsischer Demokratiekultur vor dem Ersten Weltkrieg. Zwischen 1853 bis 1913 nahezu mehr als 60 Jahre in Leipzig belegt, wurde es regelmäßig als Neujahrsessen von Stadtverordneten und Stadträten nach der Drittelerneuerung der Stadtverordneten nach gleichem Muster und mit einer bestimmten politischen Zielrichtung abgehalten. Vieles bleibt allerdings auch noch in der näheren Betrachtung unklar, z. B. Herkunft, Name und seine Verbreitung über Leipzig hinaus – oder von Leipzig ausgehend? Der Vortrag will das unter dem Namen „Gelbe Suppe“ geführte Festmahl als stark ritualisiertes Geschehen sowie zeremonielles Handeln einer wirtschaftsbürgerlichen Elite näher vorstellen.

Dr. Andreas Schneider ist freiberuflicher Historiker, Autor und Redakteur. Nach Studium und Promotion an der Universität Leipzig war er 25 Jahre lang Lexikonfachredakteur und Projektmanager Geschichte, Politik und Kulturgeschichte sowie historische Hilfswissenschaften und europäische Ethnologie im Verlag Bibliographisches Institut Leipzig.

 

1. November 2012: Zwischen Durchsetzung und Erosion der SED-Herrschaft

spacer Christian Rau, Bildquelle: privat
Die Leipziger Stadtverwaltung zwischen Mauerbau und Mauerfall am Beispiel der städtischen Wohnungspolitik

Wohnraumlenkung hat in Leipzig eine Tradition, die bis in die Weimarer Republik zurückreicht. In der DDR hatte die staatliche Wohnraumbewirtschaftung neben sozialpolitischen aber auch wirtschaftspolitische und legitimatorische Funktionen zu erfüllen. Im Zeichen des „Neuen Ökonomischen Systems“ diente sie als „wirtschaftlicher Hebel“, nach dem Machtwechsel von Ulbricht zu Honecker galt sie als eines der Kernstücke der „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“. Der Vortrag geht der Frage nach, wie mittels der Wohnungspolitik Herrschaftsansprüche der SED in der zweitgrößten Stadt der DDR umgesetzt wurden, welche Probleme dabei auftraten, wie die Verantwortlichen darauf reagierten und nicht zuletzt, inwiefern der Bedeutungswandel der Wohnungspolitik nach 1971 als lokale Zäsur zu betrachten ist.

Christian Rau ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Leipzig. Seine Hauptarbeitsschwerpunkte sind Adel und Bürgertum, Nation und Nationalismus sowie Verwaltungsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. In seinem Dissertationsprojekt beschäftigt er sich mit dem Rat der Stadt Leipzig 1957–1989 und analysiert Struktur, Personalentwicklung und Herrschaftsalltag.

 

Bereits stattgefundene Veranstaltungen:

spacer Matthias Wießner M.A., Bildquelle: privat
26. Januar 2012: Leipzig - Stadt des Urheberrechts. Die Bedeutung Leipzigs für die Geschichte des Urheberrechts im 19. und 20. Jahrhundert

Leipzig spielte als Buch- und Musikalienstadt in der Geschichte des Urheberrechts im 19. und 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle. Der Börsenverein für den Deutschen Buchhandel in Leipzig war eine der maßgebenden Institutionen in der Entwicklung eines Schutzes für geistiges Eigentum auf nationaler und internationaler Ebene. Mit dem Reichsgericht war bis 1945 die oberste Gerichtsinstanz auch für Rechtsfälle im Urheberrecht in der Stadt beheimatet. Durch das Gerichtsverfassungsgesetz von 1974 wurde das Leipziger Bezirksgericht zur zentralen Instanz für das geistige Eigentum in der gesamten DDR.
Der Vortrag behandelte neben der Entstehungsgeschichte und dem stadtgeschichtlichen Bezugsrahmen auch den sich wandelnden gesellschaftspolitischen und sozioökonomischen Kontext für die in Leipzig beheimatete Rechtsprechung zum Urheberrecht.

Matthias Wießner M.A. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsche und Europäische Rechtsgeschichte an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, Doktorand an der Research Academy der Universität Leipzig und dem DFG-Graduiertenkolleg „Geistiges Eigentum und Gemeinfreiheit“ der Universität Bayreuth

 

12. April 2012: Stadt im Systemwandel

spacer Dr. Detlev Brunner, Bildquelle: privat
Die Beispiele Stralsund und Leipzig

Welche Rolle spielt „Stadt“ in einer Zeit, in der sich die politischen Systeme in kurzer Zeit wandeln? Wie stark wirken historische Zäsuren, wo sind Kontinuitäten erkennbar? Lassen sich lokale Freiräume auch unter Diktaturbedingungen aufspüren? Welchen Stellenwert nimmt städtische Geschichte für die Identität der Stadt und ihrer Bewohner ein? Welche „Bilder“ der Stadt werden konstruiert, von wem und mit welchem Ziel? Wie stark verändert sich das Stadtbild selbst? Der Vortrag geht diesen Fragen am Beispiel der Stadt Stralsund seit dem Ende des Kaiserreiches nach und bezieht vergleichend Leipziger Entwicklungen mit ein.

Dr. Detlev Brunner vertritt derzeit den Lehrstuhl für Neuere und Zeitgeschichte der Universität Leipzig. Nach der Promotion an der TU Berlin und der Habilitation an der Universität Rostock war er von 2007 bis 2009 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München, Abt. Berlin tätig. Forschungsgebiete liegen in der sozialen und politischen Geschichte des 19./20. Jahrhunderts, aktueller Arbeitsschwerpunkt ist die deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte nach 1945.

 
 
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Vortragsprogramm

Abbildung Motiv Veranstaltungsfaltblatt - Link öffnet die PDF-Datei des Faltblattes (727 kb)

Faltblatt zu den Veranstaltungen 2012 (PDF, 727 kb)


Vortragsplakat 12. April

Plakat zum Vortrag von Dr. Detlev Brunner: Stadt im Systemwandel am 12. April 2012
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Vortragsplakat 26. Januar

Werbeplakat für den Vortrag Leipzig - Stadt des Urheberrechts von Matthias Wießner am 26. Januar 2012
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deli.cio.us Mister Wong

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