In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzten mit dem wirtschaftlichen Aufschwung auch ein enormes Bevölkerungswachstum und ein kräftiger Bauboom ein.
Um 1870 nahm der Plan der städtischen Verwaltung immer mehr Gestalt an, die Gärten und feuchten Auewiesen westlich der Stadt trockenzulegen und zu parzellieren. In diesem Zusammenhang wurde auch die Alte Pleiße verfüllt. Als Folge dieser Maßnahmen sind wertvolle Biotope verlorengegangen.
Der Johannapark als Bindeglied zum grünen Gürtel Leipzigs
Dass es nicht vollkommen zum ökologischen und städtebaulichen Desaster kam, verdanken wir in erster Linie Seyfferth und dem Ratsgärtner Wittenberg, die 1870 gemeinsam einen Gegenentwurf zum Bebauungsplan der Süd-West-Vorstadt einbrachten und damit an alle Leipziger appellierten. Dieser Plan erwirkte schließlich die Freihaltung der sich westlich an den Johannapark anschließenden Flächen und verhinderte die Abtrennung des Stadtinneren von dem für die Stadt so bedeutenden Auewald. Der Johannapark bildet somit ein Bindeglied zwischen dem vom Promenadenring umschlossenen Stadtkern, dem Clara-Zetkin-Park und der Aue.