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Weitere Informationen zur Geschichte und Gestaltung der Parkanlage

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Maximilian Ritter von Speck Freiherr von Sternburg (1776-1856)
Maximilian Ritter von Speck Freiherr von Sternburg (1776-1856)

Schon 1685 wurde auf dem Rittergut Lützschena ein „Lustgarten“ erwähnt. Daneben existierten verschiedene Obst- und Küchengärten sowie ein Hopfen- und ein Reißgarten.
1743 wurde ein „Lustgärtner“ eingestellt, zu dessen Aufgaben auch die Betreuung einer Orangerie gehörte. Ein Teil des später in die Parkgestaltung einbezogenen plastischen Schmucks stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch aus dieser Zeit.

Die letzte Besitzerin aus dem sächsischen Adelsgeschlecht von Üchtritz, Maximiliane Ernestine Sophie von Klengel, geborene von Üchtritz, hatte es 1804 an ihren Mann, den Rittmeister von Klengel veräußert, war aber nach dessen Tod 1816 aus finanziellen Gründen gezwungen, das Erbe auszuschlagen. So gelangte es 1822 zur Versteigerung an Maximilian Speck v. Sternburg.

Maximilian Speck von Sternburg

Maximilian Speck v. Sternburgs Vorbilder für die Parkgestaltung lagen in England, das er auf seinen Reisen schätzen gelernt hatte. So findet man in Lützschena den späten Widerhall wichtiger englischer landschaftsgärtnerischer Theorien: Der Maler William Kent (1684-1748) hatte das Thema der „komprimierten Natur“ in die Gartenkunst eingeführt, das heißt die vorgefundene Situation sollte gereinigt und präzisiert, jedoch nicht grundlegend verändert
werden; Vieh und Hirtenhäuser als belebende Staffage waren erwünscht.

 
spacer Ehrentempel, Lithographie von 1826
Ehrentempel, Lithographie von 1826

Obwohl wir über keine Parkpläne aus dieser Zeit verfügen, geben uns doch die poetischen Schilderungen des Parkgründers ein recht genaues Bild von der Inszenierung des Speck v. Sternburgschen Parks: Vom Schloss aus gelangte man über die Weiße Brücke, die das Parkentree bildete, zu unterschiedlichen Stationen. Mit der Statue einer Vestalin wurde an die Antike erinnert, der Rosenteich betonte die Naturverbundenheit, die Figur eines Greises symbolisierte die Endlichkeit des Lebens. Verschiedene Bauwerke aus vergänglichem Material, zum Beispiel ein Strohturm oder eine zwischen Bäume gespannte Plattform, unterstrichen die landschaftliche Idylle. Marienkapelle, Ex Voto und Einsiedelei waren als Glaubensbekenntnisse zu verstehen. Einen Blick über das Erschaffene ermöglichte dann ein Ruhesitz. In dessen Nähe befand sich das Türkische Entenhäuschen. Es ist wie der Ehrentempel einer der zahlreichen Verweise auf Sternburgs landwirtschaftliche Tätigkeit. Der Freundschaftstempel mit den Plastiken von Amor und Psyche galt als Gleichnis für Freundschaft und Liebe.

Maximilian Speck v. Sternburg selbst nahm viele Veränderungen vor. Der Freundschaftstempel wurde durch eine Büste Alexander I. von Russland ersetzt, die an seine Beziehungen zu Russland und den Monarchen erinnern sollte. Weiter Ergänzungen waren das Familienbegräbnis und die Grabkapelle.
Der heute wieder rekonstruierte Diana-Tempel ist eine Zufügung von Maximilians Sohn Alexander.

 
spacer Das alte Barockschloss zur Zeit der Parkgründung
Das alte Barockschloss zur Zeit der Parkgründung

Auch William Chambers (1723-1796) trug neue Gedanken zur Gestaltung bei. Er wollte nicht nur unterschiedliche Kulturkreise mit repräsentativen Bauten in einem Landschaftspark sehen, sondern ihm ging es auch darum, den Park dramaturgisch in bestimmte Stationen zu gliedern, die ihrerseits für ganz konkrete Stimmungswerte – Fröhlichkeit, Nachdenklichkeit, Trauer, Hoffnung – stehen sollten.

Aber auch zeitgenössische deutsche Einflüsse dürften eine Rolle gespielt haben. Zweifellos kannte Sternburg den Besitzer des Parks von Machern, Eduart Schnetger, der eine ganz ähnliche Biografie wie er selbst vorzuweisen hatte, und er kannte die damals populären Ideenmagazine für Gartengestaltung und Gartenarchitekturen von Friedrich Gotthilf Baumgärtner (1818) und Johann Gottfried Grohmann (1796).

All diese Ansätze verschmolzen mit dem Zeitgefühl Sternburgs. Er lebte nach dem Scheitern der Französischen Revolution und sah auch den bürgerlich selbstbewussten Aufschwung nach 1813 in eine Restaurationsphase münden.
Seine Antwort darauf war ein Weltbild, das zwar Züge der Trauer trug, aber nicht resignierend war. Er sah in der produktiven Tätigkeit des Einzelnen die Möglichkeit, die Welt zum Besseren zu wenden.

 
 

deli.cio.us Mister Wong

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