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Mariannenpark |
Die Idee des Volksparks
„Die Anlegung des Parkes ist ein notwendiges Erfordernis der Gemeinde. Der Park soll vor allem der arbeitenden Bevölkerung Schönefelds, das an Anlagen und öffentlichen Plätzen arm ist, zur Erholung und der Jugend als Spielfeld zur körperlichen Ausbildung dienen.“ Mit diesen Sätzen begründete die Gemeinde Schönefeld gegenüber der Königlichen Amtshauptmannschaft 1913 den Antrag für die benötigten Mittel. Das Ansinnen nahm bald Gestalt an, und noch heute wird der Park im Sinne seiner Initiatoren intensiv genutzt.
Ein attraktives Umfeld für Ruhe und Entspannung gewähren die vom Frühling bis zum Herbst leuchtend blühende Stauden-Mulde, das einladende Abschlussrondell der Rot-Eichen-Allee oder der duftende Rosengarten. Zum Herumtollen und Spielen gibt es zwei Spielplätze, eine riesige Tummelwiese und den stadtweit bekannten Rodelberg. Für Sportbegeisterte stehen Sportfelder zum Fußballspielen und für die Leichtathletik zur Verfügung. Auch die Liebhaber seltener Pflanzen kommen auf ihre Kosten. Den Park in seiner heutigen Gestalt und mit seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten verdanken wir einer bestimmten zeitgeschichtlichen Denkweise.
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Der Mariannenpark als Kulturdenkmal
Der Mariannennpark ist ein wichtiges Beispiel für das politische und gesellschaftliche Verhältnis zur Zeit der Reformtendenzen. Seine künstlerische Bedeutung drückt sich durch die spezifische regelmäßige Durchgestaltung aus, durch eine geschickte Kombination von Gestaltungselementen wie Treillagen oder Treppen mit einer interessanten Pflanzenauswahl. Das Neue an den deutschen Stadtparkkonzeptionen zu Beginn des 20.Jahrhunderts war eine Raumkunst ohne Kompromisse, eindeutige Strukturen ohne Zwischentöne wurden angestrebt. Freie Flächen wie beispielsweise die Tummelwiese oder die Sportplätze wurden im Gegensatz zu den Parkanlagen des 19. Jahrhunderts nun größer, klar begrenzt und eben ausgeführt. Der Mariannenpark als Ort zur Erholung für „alle Volksschichten“ ist Ausdruck eines neuen Denkens und Ergebnis von reformorientierten politischen und gesellschaftlichen Haltungen. Der Park repräsentiert daher eine bestimmte geschichtliche Phase mit der ihr eigenen Vorstellung von sozialer Verantwortung.
Wenn man von geringfügigen Veränderungen absieht, ist die gesamte Anlage des Mariannenparks als seltenes und bedeutendes Beispiel eines Volksgartens im architektonischen Stil des frühen 20. Jahrhunderts erhalten geblieben. Da es in Deutschland kaum noch vergleichbare, relativ unverfälschte Volksparks dieser Größenordnung gibt, wurde der Mariannenpark 1991 als Denkmal der Garten- und Landschaftsgestaltung in die Kulturdenkmalliste des Landes Sachsen aufgenommen. Dabei wurde auch der im Norden angrenzende Schlosspark Schönefeld mit Schloss sowie die Kirche und das Grab der Familie von Eberstein einbezogen.
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Lage Rohrteichstraße/Lindenallee
Größe 22,3 Hektar
Erreichbarkeit Straßenbahn: 1 (Stannebeinplatz) Bus: 70, 90 (Stannebeinplatz) S-Bahn: Leipzig Ost
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Kontakt
Stadt Leipzig Amt für Stadtgrün und Gewässer Prager Straße 118-136 (Haus A) 04317 Leipzig Tel.: 0341 123-6099
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Radwandern in der Parthenaue
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Parthenaue
Der Mariannenpark ist Ausgangspunkt eines reizvollen Wanderweges entlang der Parthe.
Die Parthenaue ist die letzte durch den Braunkohletagebau und massive Flussregulierung nicht grundlegend umgestaltete historische Kulturlandschaft in der Leipziger Region. Sie ist 50 Kilometer lang und zieht sich vom Mariannenpark hinter dem Hauptbahnhof über den Abtnaundorfer Park entlang der Parthe zwischen Plaußig und Taucha hindurch bis zum Staditzwald nordöstlich der Stadt Leipzig. Dadurch besteht die Möglichkeit, von Leipzig über Thekla, Plaußig nach Taucha, Panitzsch und Borsdorf zu wandern.
Die Gesamtstrecke des vom Zweckverband Parthenaue (www.zv-parthenaue.de) gut beschilderten Rad- und Wanderwegs beträgt 23 Kilometer. Selbstverständlich sind auch kleinere Etappen möglich, beispielsweise vom Mariannenpark nach Thekla (4 km), mit einem Bummel durch den von der alten Leipziger Handels- und Bankiersfamilie Frege um 1800 im englischen Stil angelegten Abtnaundorfer Park oder von Schönefeld nach Plaußig (8 km). Bei dieser Strecke lohnt es sich, etwas aufmerksamer durch die Wald-Wiesen-Felder-Aue zu gehen, auf dem Weg „Zum Birkenwäldchen“ blühen an sumpfigen Stellen noch Sumpfdotterblumen und Schwertlilien. Mit ein wenig Glück kann man im nahen Ratsholz den Specht hämmern hören. In Plaußig bieten sich nicht nur gute Einkehr-, sondern auch günstige Rückfahrmöglichkeiten.
Weitere reizvolle kürzere Strecken sind:
- Schönefeld-Thekla
- Thekla-Plaußig
- Plaußig-Taucha
- Taucha-Panitzsch
- Panitzsch-Zweenfurth
Auch ein Abstecher zum Staditzwald oder zu den Lübschützer Teichen ist möglich.
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Um die Partheaue und die darin liegenden Parkanlagen bekannter zu machen, hat der Zweckverband Parthenaue mit Fördermitteln der Europäischen Union und mit vielen Partnern das Projekt "Stadt Land Kunst - ParkNetzWerk Partheaue" ins Leben gerufen. Über das Projekt und die aktuell geplanten Veranstaltungen können Sie sich unter www.stadt-land-kunst.org informieren.
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