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Geschichte des Mariannenparks

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Clara Hedwig Baronesse von Eberstein auf und zu Schönefeld (1816-1900) verfügte 1881:
„zur Forthülfe und Versorgung unbemittelter Töchter höherer Civil-Staatsbeamter und Militärs ein Asyl und Freistätte unter dem Namen von Eberstein´sches Mariannenstift zu Schönefeld zu errichten“. Außerdem sollte der herrschaftliche Park, „ingleichen die alte schöne Lindenallee und – worauf mein Wunsch besonders gerichtet ist - das Stück Feld westlich der Allee so lange als möglich unbebaut – zum Rittergute und dem Stifte für alle Zeiten erhalten bleiben“.

Schon damals war die in dem Schriftstück bezeichnete Lindenallee sehr alt. Sie wurde 1621 und 1622 auf Veranlassung von Hans Moritz von Thümmel angelegt und verband das ehemalige Schönefelder Schloss mit Volkmarsdorf und der Stadt Leipzig.

Bereits drei Jahre nach dem Tod der Baronesse beschloss der Gemeindevorstand von Schönefeld, „ das westlich der Lindenallee gelegene Feld als Park oder durch Anpflanzung parkähnlich herzurichten“.
Mit dem Kuratorium der Mariannenstiftung wurde ein Erbpachtvertrag auf 99 Jahre „mithin bis zum 31. Dezember 2010“ geschlossen. Die Vergabe der Planungs- und Durchführungsaufträge für die Gestaltung des Parks war umstritten. Der vom damaligen Leipziger Gartendirektor Carl Hampel vorgelegte Entwurf fand zwar die Zustimmung des Gemeinderates von Schönefeld, nicht jedoch die vom Kuratorium des Mariannenstiftes. Die Entscheidung für das Projekt des wesentlich jüngeren Reformanhängers Leberecht Migge sollte wenige Jahre später noch für einige Verstimmungen sorgen.

Vom Ursprung des Parks bis zur Eingemeindung

Unkonservativ und mit deutlicher Ausrichtung auf die Bedürfnisse aller Schichten begann Migge 1913 mit der Umsetzung seines Entwurfs. Schutt und Asche wurden für den künftigen Rodelberg abgelagert, Vereinbarungen mit einem Sandgrubenbetrieb geschlossen, um den beabsichtigten Teich- und Rodelbergbau zu regeln.
Zeitweise waren bei der Gestaltung des Parks bis zu 215 arbeitslose Schönefelder beschäftigt.
Noch vor dem Ausbruch des I. Weltkriegs im August 1914 bat Migge die Gemeinde Schönefeld um die Abnahme der Flächen, „nachdem die Pflanzungen und Rasenflächen der ersten Ausführung sämtlich fertiggestellt sind“.
1915 wurde Schönefeld eingemeindet. Damit fiel auch der Volkspark Schönefeld in die Amtshoheit des Leipziger Gartendirektors Carl Hampel, dessen Entwurf für den Mariannenpark 1913 abgelehnt worden war.

Der Mariannenpark unter der Obhut der Stadt Leipzig

1915 erfolgte die von Gartendirektor Carl Hampel betriebene Auflösung des Vertrags mit Migge. In der Begründung gegenüber dem Stadtrat hieß es:“Leipzig bedarf eines solchen Beraters nicht, da ihr Sachverständnis in den Beamten ihrer Gartenverwaltung zur Verfügung stehen“.

Während der Kriegsjahre wurden im Mariannenpark nur noch Maßnahmen zur Pflege des bereits fertiggestellten Geländes und Vorbereitungsarbeiten für die zweite Parkhälfte durchgeführt. Auch 1919 musste die Vollendung wegen fehlender Arbeitskräfte und Materialien wieder verschoben werden. 1920 trat Gartendirektors Hampel in Ruhestand, sein Nachfolger war Nicolaus Hermann August Molzen. Molzen überarbeitete die Pläne, bemühte sich aber, die Formensprache von Migge aufzunehmen. Im April 1928 konnte der Mariannenpark endgültig fertiggestellt werden.

1931 wurde der Volkspark Schönefeld in Mariannenpark umbenannt. Zwei Jahre später wurde der Mariannengedenkstein errichtet. Während des II. Weltkrieges verschanzten sich etwa 200 „Volksstürmler“ im Park. Auf dem Rodelberg und den davor liegenden Wiesen brachten sie Flakgeschütze in Stellung. Dennoch überstand der Mariannenpark den Krieg ohne größere Schäden.

1952 wurde die Parkpflege durch den VEB Garten- und Landschaftsbau übernommen und erste Veränderungen eingeleitet. So der Bau des Reichsbahnkinderwochenheims 1954 im nordöstlichen Parkteil. Anlässlich der Festwoche „15 Jahre DDR“ wurde auf dem Gelände des Vereinsrasens die Freilichtbühne aufgebaut. Eine FDJ-Gruppe der Bauhochschule plante unter Mithilfe der Betriebe des Stadtbezirkes ab Mitte 1972 den „Thälmann-Ehrenhain“. Der Rat des Stadtbezirkes beabsichtigte, „hier ein geistig-kulturelles und sportlich-touristisches Zentrum zu schaffen“. Ende der 70ger Jahre wurden aus Anlass des Sportfestes ein Großschachfeld, Tischtennisplatten, Anlagen für Minigolf, Pendelbahn und andere Sportgeräte aufgestellt. Die Freilichtbühne wurde 1978/79 neu gestaltet und die Gaststätte „Treffpunkt Parthenaue“ eingeweiht.

 
 

Trotz der baulichen und gestalterischen Veränderungen ist der Charakter des Volksparks in seinen wesentlichen Strukturen erhalten geblieben. Jedoch sind bedeutende und wichtige Elemente verloren gegangen: So sind zum Beispiel die mit Rosen oder Hainbuchen bewachsenen attraktiven Treillagen verschwunden. Auch Blumenpartien, die Gehölzartenmischung und die durch Alleen, Baumreihen und Hecken einst gestalteten Räumlichkeiten sind heute reduziert oder verändert.

 
 
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Kontakt

Stadt Leipzig
Amt für Stadtgrün und Gewässer
Prager Straße 118-136 (Haus A)
04317 Leipzig
Tel.: 0341 123-6099

 
 
 

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