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Einst barock - heute englisch |
Erstmals urkundlich erwähnt wird das Rosental im Jahre 1318. Es blieb bis 1663 im wesentlichen im Besitz der sächsischen Landesherren. Erst der verschwenderische Kurfürst Johann Georg II. verkaufte das Gelände. Da er, wie so oft in seiner Amtszeit, dringend Geld brauchte, nötigte der Kurfürst mit heftigem Drängen und massiven Drohungen die Stadt Leipzig zum Kauf. Er stand ohnehin bei der Stadt Leipzig „in der Kreide“. Da die Schulden mit dem Kaufpreis verrechnet wurden, musste der Rat der Stadt nur noch etwas mehr als 6.000 Gulden für das Rosental bezahlen. Allerdings focht sofort mit Beginn seiner Regierungszeit 1694 Kurfürst August der Starke den Kaufvertrag an, jedoch ohne Erfolg und ohne repräsentatives Sommerschloss als Gegenwert.
Der Besitzer des Gohliser Schlösschens, Hofrat Böhme, veranlasste 1777 das Anlegen eines Spazierweges von der Rosentalgasse durch das Rosentaltor, vorbei an den später entstehenden Cafés zum Gohliser Schlösschen. Im Frühjahr 1782 bewilligte der Rat dem Kaffeeschenker Exter am Anfang dieses Weges die Einrichtung einer kleinen Konditorei, die auch „Eisbude“ oder scherzhaft „Kalte Madame“ genannt wurde. 1824 wurde mit dem „Schweizerhäuschen“ unweit der ersten Konditorei eine weitere eingerichtet. Das von dem aus Davos stammende Georg Kintschy errichtete Gebäude steht heute innerhalb des Zoologischen Gartens gegenüber der Tigeranlage. Der Kuchengarten des Schweizer Zuckerbäckers entwickelte sich bald zu einem kulturellen Zentrum: Dichter, Maler, Musiker und Verleger wie Karl Herloßsohn, Ludwig Bechstein, Heinrich Marschner, Heinrich Laube, Friedrich Nietzsche und andere verkehrten oft und gern hier.
„Kintschys Gartenwirtschaft ist unstreitig der freundlichste Ort Leipzigs und wird von Besuchern daher selten leer. Dreimal in der Woche ist mittelmäßiges Conzert. Ein gutes Conzert muß extra bezahlt werden. Daher die Extraconzerte. Mit diesen Extraconzerten gerät Kintschy fast stets mit dem lieben Gott in traurigen Konflikt, welcher gewöhnlich, sobald erster ein solches Conzert im Tageblatt angekündigt hat, mit Donner, Blitz und Regen ankommt. Es ist allemal Zehn gegen Eins zu wetten, jeder im Tageblatt von Kintschy angekündigter Conzerttag ist ein Regentag und wir raten Niemandem, auf diesen Tag eine Landpartie festzusetzen.“ So warnte vor mehr als 150 Jahren der Leipziger Stadtchronist Stolle in einem Beitrag. Glaubt man den Überlieferungen, so hat Kintschy, als es wieder einmal kurz vor Konzertbeginn aus heiterem Himmel zu regnen anfing, mit vorwurfsvoll-zornigem Blick zum Himmel gesehen und mit dem Ausruf: „Da, friss selbst!“ eine Torte nach oben geworfen.
Der spätere Ratsgärtner Rudolph Siebeck erarbeitete 1835 einen Entwurf, bei dessen Umsetzung dem ehemals barocken Grundriss durch gezielte Neubepflanzungen die strenge Regelmäßigkeit genommen wurde. Mit der behutsamen Umgestaltung der Anlage zum Landschaftspark im englischen Stil konnten bis heute Teile des Rosentals als ursprünglicher Auenwaldbestand mit einer großen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten erhalten bleiben.
Der Rosentalhügel ist in der Amtszeit des Oberbürgermeisters Georgi enstanden. Zwischen 1887 und 1896 formten 60 000 Pferdefuhren Hausmüll den auf immerhin 20 Meter Höhe heranwachsenden Berg. Der landschaftsgärtnerische Entwurf für den Hügel und für den 1897 angelegten hinteren Rosentalteich stammt von Gartendirektor Carl Otto Wittenberg. Mit Blick auf das 100jährige Jubiläum des Leipziger Zoologischen Gartens 1978 wurde zwei Jahre zuvor das Zooschaufenster nach dem Projekt der Leipziger Architekten Gerhard Scholz und Eberhard Göschel fertig gestellt. |
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Blick auf den vorderen Teil des Rosentals mit Zoologischem Garten, Foto: Eberhard Mai, Leipzig
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