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Sanssouci in Leipzig - oder wie die Stadtväter kurfürstliche Pläne vereitelten |
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"Mitten in der weiträumigen Garten- und Parklandschaft prunkt das königliche Lustschloss. Es liegt genau im Schnittpunkt von 13 strahlenförmig angelegten Schneisen. Jede dieser Schneisen gibt einen Fernblick auf malerische Kirchtürme, reizvolle Gebäude oder idyllische Landschaften frei. Im Palais selbst, einem 11achsigen Bau mit mehreren prachtvoll ausgestatteten Geschossen lädt der mit einer ausladenden Kuppel gekrönte Sommersaal zu abendlichem Amüsement ein. Das Dach des Schlosses wird durch eine Balustrade mit einer Vielzahl von Statuen geschmückt. Umrahmt ist der Prachtbau von einem Wasserlauf. Der Garten beeindruckt durch kunstvoll beschnittene Bäume, Teppichbeete, Pavillons und einen lieblichen Springbrunnen."
So hatte sich August der Starke (1670-1733) sein Palais im Rosental direkt vor den Toren der Stadt Leipzig gewünscht. Die für den Bau benötigten 50.000 Taler sollten aus dem Leipziger Stadtsäckel kommen. Zehn Jahre lang wehrte sich der Rat der Stadt mit List und Geschick gegen die kurfürstlichen Pläne. Häufige Überschwemmungen, sommers „lästiges Mückengeschmeiß“ und der Hinweis auf die „täglich mehr überhandnehmenden Räuberrotten, die im Rosental ihr Unwesen trieben“, wurden von den Stadtvätern als Argumente ins Feld geführt.
Die sture Beharrlichkeit des Stadtrates veranlasste den Kurfürsten schließlich zur Aufgabe seines Vorhabens. Einzig ein überdachter Aussichtsturm wurde als Fachwerkkonstruktion im Schnittpunkt der Alleen errichtet. Regelmäßig soll ihn August der Starke während seiner Aufenthalte in Leipzig bestiegen haben. Der Turm ist im Laufe der Jahre verschwunden, geblieben sind lediglich die bereits 1708 angelegte große Wiese und die im damals noch wegelosen Wirtschaftswald geschlagenen Schneisen.
Das Ansinnen, gerade im Rosental ein kurfürstliches Lustschloss bauen zu lassen, war durchaus verständlich. Schon die Bezeichnung Rosental verweist auf eine freundliche und angenehme Landschaft. Vielleicht blühten einst in diesem Tal unendlich viele Rosen? Obwohl diese romantische Interpretation durchaus verführerisch ist, entbehrt sie jeder nachweislichen Grundlage. Schon eher dürfte der früheste Versuch einer Erklärung von Johann Jacob Vogels im “Leipzigischen Chronicon“ von 1714 zutreffen. Das Rosental „hat den Namen von anmuthigen, schattichten und lustischen Spaziergängen, gleich wie anderweit lustige und annehmlicher Oerter den Namen der Paradiese führen oder wie die Weinberge zu Jena, diesseits des Saalestromes, wegen Anmuthigkeit ‘die Rosenberge’ heißen.” Abschließend und endgültig wird die Herkunft des Namens wohl wegen der vielfältigen symbolischen Bedeutung der Rose nicht mehr zu klären sein. Möglich ist auch, dass der Name gar nichts mit Rosen zu tun hat. Er könnte auf alte mythologische Vorstellungen hinweisen, wonach Rosengarten, Rosenheim usw. Bezeichnungen geweihter Kultstätten für eine Gottheit des Lebens und des Todes waren. |
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