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Die Entwicklung der Waldbestände der Leipziger Flussaue von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart

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Hochwaldbetrieb, nach der letzten Räumung verjüngt sich der Wald durch Aussamen und Stockausschläge.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in den Wäldern der verschiedenen Eigentümer Forsteinrichtungen durchgeführt. Im Leipziger Stadtwald erfolgte dies im Jahr 1870. Diese Forsteinrichtungen beendeten die Mittelwaldbewirtschaftung. Danach erfolgte die Bewirtschaftung in dem heute in ganz Mitteleuropa noch dominierenden Hochwaldbetrieb.

Bewirtschaftung im Hochwaldbetrieb

Dabei war vorgesehen, auch den Leipziger Stadtwald durch kleine Kahlschläge zu nutzen. Durch diese neue Betriebsform, aber auch dadurch, dass man den Wald teilweise sich selbst überließ, änderten sich erstmals seit langem die Baumartenzusammensetzung und Bestandesstruktur erheblich.

 
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Hochwaldbetrieb, die Verjüngung wächst in den Kronenbereich hinein.

Baumarten, die bisher bewusst zurückgedrängt wurden und durch diese Bewirtschaftungsart benachteiligt waren, vor allem die Gemeine Esche und auf trockeneren Standorten der Bergahorn, nahmen zu und wurden ab jetzt gefördert, da sie höhere Erträge und Wertleistungen erwarten ließen.

Es entstanden durch die Anlage von Kahlschlägen und deren Wiederaufforstung auf größeren Flächen relativ homogene, gleichaltrige Reinbestände einer oder weniger Baumarten, wie zum Beispiel Esche, Stieleiche, Ulme.

In Beständen, die man sich selbst überließ, wuchsen Baumarten wie Eschen und Ulmen aus dem Unterholz in die obere Baumschicht.

 
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Es entsteht ein geschlossener, hochwaldähnlicher Bestand.

Der nächste große menschliche Eingriff, der die Entwicklung der Baumartenzusammensetzung nachhaltig beeinflusste, war das Wegfallen der periodischen Überschwemmungen durch die vor allem in den 1930er Jahren in erheblichen Umfang durchgeführten Flussregulierungsmaßnahmen.

Überschwemmungen fanden maximal nur noch sporadisch in Teilbereichen statt, zum Beispiel 1954. Pflanzen, die keine große Überflutungstoleranz haben, nahmen zu. In der Baumschicht betraf das den Bergahorn und den Spitzahorn.

 
spacer Ulme

Durch die stärkere Erholungsnutzung, aber auch durch Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft und aus der Luft, erfolgte besonders nach dem Zweiten Weltkrieg ein erhöhter Stickstoffeintrag in den Boden. Das führte zur Zunahme von nitrophilen Arten. Während der Schwarze Holunder zum Beispiel im vorigen Jahrhundert nur vereinzelt auftrat und der Spitzahorn fast völlig fehlte, sind diese beiden Gehölze heute ein prägender Bestandteil größerer Waldteile.

Das im Jahre 1921 erstmalig in Leipzig festgestellte und durch den Pilz Ophiostoma ulmi verursachte Ulmensterben wütete in den 1960er Jahren in bis dahin nie gekanntem Ausmaß.
Dies führte dazu, dass der Anteil der Ulmenarten in der oberen Baumschicht von 13 % im Jahr 1958 gegenwärtig auf fast 0 % zurückgegangen ist. In der Strauchschicht sind sie allerdings noch flächendeckend vorhanden, wodurch diese Baumarten für das Ökosystem noch nicht verloren sind und das Potential für eine spätere Erhöhung des Ulmenanteils in der oberen Baumschicht im Falle des Zurückgehens des Ulmensterbens noch besteht.

 
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Während des Zweiten Weltkrieges kam es vor allem in stadtnahen Bereichen und in der Nähe von strategisch wichtigen Zielen, zum Beispiel Eisenbahnlinien, zu erheblichen Bombenschäden, die heute noch an Hand der Explosionstrichter nachvollzogen werden können.

Die geschädigten Bestände wurden in den Nachkriegsjahren geräumt. Außerdem wurden große Flächen eingeschlagen, um die Bevölkerung mit Brennholz zu versorgen.

Die Wiederaufforstung der nach dem Zweiten Weltkrieg angelegten großflächigen Kahlschläge erfolgte vor allem mit Ahornen und Eschen.

Das führte wieder zur Erhöhung des Gesamtanteils dieser Baumarten und zum Entstehen großflächiger, gleichaltriger, relativ homogener Bestände.

 
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Tagebaulandschaft

Um den Bedarf an Massenholz für die Volkswirtschaft zu decken, wurde seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts im Rahmen eines sogenannten "Pappelprogramms" der Anbau verschiedener Pappelsorten verstärkt. Oft wurden Flächen, die vorher mit Ulmen bestockt waren, mit Pappeln wieder aufgeforstet. Dadurch kam der relativ hohe Anteil an Pappelhybriden im Leipziger Stadtwald zustande.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der verstärkte Abbau von Braunkohle im Tagebaubetrieb in der Leipziger Umgebung. Diesem fielen Hunderte Hektar wertvollen Auenwaldes zum Opfer. Durch die angelegten Tagebaue sank in deren unmittelbarer Umgebung der Grundwasserspiegel erheblich und viele Bäume, die sich bis dahin einem relativ hohen Grundwasserspiegel angepasst hatten, starben ab.

 
 

deli.cio.us Mister Wong

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