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Vor 300 Millionen Jahren
Im Laufe der geologischen Entwicklung der Leipziger Umgebung kam es mehrfach zum Entstehen und Verschwinden von Wäldern. Älteste fossile Zeugen in Sachsen stammen aus dem Karbon, der Steinkohlenzeit, die vor 355 Millionen Jahren begann. Vor etwa 300 Millionen Jahren waren riesige subtropische Waldmoore aus baumförmigen Bärlappen (Schuppen- und Siegelbäume), Schachtelhalmen (Calamiten) und Farnen (Psaronien) im Gebiet von Zwickau und Oelsnitz vorhanden. Aus den über Jahrtausenden gebildeten mächtigen Torfschichten entstand die Steinkohle.
Vor 270 Millionen Jahren
Vor etwa 270 Millionen Jahren, im unteren Perm (Rotliegenden), waren einige Gebiete Sachsens von Wäldern bedeckt, in denen die ersten Nadelhölzer (Walchien) vorkamen, deren äußere Gestalt denen der heutigen Araukarien, zu denen zum Beispiel die Zimmertanne gehört, ähneln. Durch den Vulkanismus im Raum Chemnitz wurden die Stämme der Bäume verkieselt, Zeuge davon ist der Steinerne Wald von Chemnitz.
Vor 30 Millionen Jahren
Vor circa 30 Millionen Jahren, im Tertiär, der sogenannten Braunkohlenzeit, waren im Raum von Leipzig mehrere Waldgesellschaften ausgebildet. Die Hauptlieferanten von Biomasse, also die Kohlebildner, waren neben immergrünen Gehölzarten wie zum Beispiel Lorbeer- und Myrtengewächse, die Taxodium-Sumpfwälder und die Taxodium-Nyssawälder. Die namensgebenden Arten sind die Sumpfzypresse (Taxodium distichum) und der Tupelobaum (Nyssa sylvatica), die in unmittelbarer Ufernähe, teilweise auch im Flachwasser, wuchsen. Bedeutende Waldgesellschaften waren die flussbegleitenden Auenwälder. Im Habitus ähnelten sie dem bekannten Leipziger Auenwald. Sie setzten sich aber zum Teil aus anderen Gehölzarten zusammen. Beispiele: Pappelarten (Populus sp.), Weidenarten (Salix sp.), Erlenarten (Alnus sp.), Amberbaum (Liquidambar styraciflua), Ulmenarten (Ulmus sp.), Ahornarten (Acer sp.).
Als weitere Beispiele können Eichenarten (Quercus sp.), Platanen (Platanus sp.), Flügelnussbaum (Pterocarya fraxinifolia), Kuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum) und Sumpfzypresse (Taxodium distichum) aufgezählt werden. Die Sandbänke und teilweise auch die Uferbereiche der weit verzweigten Flüsse wurden während dieser Zeit zuerst von einer Pioniervegetation besiedelt. Diese Waldgesellschaft konnte je nach Aktivität der Flussrinnen nur kurzzeitigen Bestand haben. Zu ihr gehörten Kiefernarten (Pinus sp.), der Feuerdorn (Pyracantha coccinea), Hartriegel (Cornus sp.), Weißdorn (Crataegus monogyna), Faulbaum (Rhamnus cathartica), Rosenarten (Rosa sp.) und vereinzelt die Blumenesche (Fraxinus ornus).
Auf flussferneren Standorten waren unter den jeweiligen Klimabedingungen immergrüne Wälder (subtropisch), Mischwälder (subtropisch bis warm gemäßigt) oder sommergrüne Wälder (gemäßigt bis warm gemäßigt) ausgebildet. Als Baumarten, die zum Beispiel in den sommergrünen Wäldern vorkamen, können wärmeliebende Gehölze, wie zum Beispiel Zelkove (Zelkova serrata), Lindenarten (Tilia sp.), Maulbeerbaum (Morus alba), Eisenholzbaum (Parrotia persica), verschiedene Eichenarten (Quercus sp.), Magnolien (Magnolia acuminata), Tulpenbaum ((Liriodendron tulipifera), Zürgelbaum (Celtis australis), Nussbaum (Juglans regia), Roßkastanie (Aesculus hippocastanum), Edelkastanie (Castanea sativa) und die Rotbuche (Fagus sylvatica) genannt werden.
Vor 1,8 Millionen Jahren
In der Eiszeit (Beginn vor etwa 1,8 Millionen Jahren) kam es in den Kaltzeiten zu einer immer stärkeren Abwanderung der Gehölze, was schließlich zu einer vollständigen Entwaldung des Gebietes um Leipzig führte. Diese Auswirkungen sind heute deutlich in der relativen Baumartenarmut der natürlichen nacheiszeitlichen Wälder im Vergleich zur Artenvielfalt der voreiszeitlichen (tertiären) Waldgesellschaften sichtbar. |