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Tertiärwald

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Erlebnisachse mit tertiärer Sammlung
Erlebnisachse mit tertiärer Sammlung

In den Tagebauen gab es zahlreiche Funde pflanzlicher Fossilien, wie Blattabdrücke, Frucht- und Samenreste, Blütenstaub (Pollenkörner) und Hölzer. Sie sind Zeugen einer Millionen Jahre alten Vegetation, welche erst durch die Eiszeiten verdrängt wurde. Viele der pflanzlichen Fossilien lassen sich mit heutigen, im östlichen Nordamerika oder in Mittel- und Ostasien verbreiteten, Gehölzen vergleichen. Die gezeigten Waldbereiche des Tertiärwaldes enthalten Laub- und Nadelhölzer, die mit Sippen aus der Braunkohlezeit verwandt oder vergleichbar sind.
Nach den verschiedenen Standortbedingungen im Tertiär lassen sich bestimmte Waldgesellschaften unterscheiden.

Im Tertiärwald von Cospuden werden die Waldbilder der vier wichtigsten ehemaligen Waldgesellschaften aus dem Raum Leipzig gezeigt. Die Artenauswahl zur Verwendung im Freiland konnte dabei nur winterharte Vertreter der tertiären Gehölze berücksichtigen. Die vielen Vertreter der früheren, tropischen Epochen des Tertiär konnten aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit nicht angepflanzt werden.

Was ist das Tertiär?
Das Tertiär ist ein Zeitabschnitt in der Entwicklung unseres Planeten. Es begann vor 65 Millionen Jahren und endete vor etwa 1,8 Millionen Jahren. Dieses Zeitalter wird auch „Braunkohlezeit“ genannt.

Warum wurde ein Tertiärwald gepflanzt?
Für die Region Leipzig war der Abbau fossiler Brennstoffe aus der Braunkohlezeit bis in die jüngste Vergangenheit prägend.
Im Rahmen des Leipziger EXPO 2000 Projektes „Landschaftsnutzung - Landschaftspflege, vom Kontrast zum Konsens“ wurde auf einer Fläche von 2,7 Hektar, östlich der Erlebnisachse, die zum Nordufer des Cospudener Sees führt, ein Arboretum (Sammlung von Bäumen) angelegt. In diesem Arboretum werden Waldbilder aus dem Tertiär nachempfunden. Hierfür wurden Baumarten verwendet, die heute noch existieren oder die den Baumarten des Tertiärs ähneln. Die Bezeichnung Tertiärwald bot sich, ohne den Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit, als allgemeinverständlicher Name an.

 
spacer Taxodium-Sumpfwald
Taxodium-Sumpfwald

Wie kam es zur Bildung von Braunkohle?
Im Gebiet um Leipzig und in weiteren Regionen Nordwestsachsens bildete sich in einem Zeitraum von über 20 Millionen Jahren ein kompliziertes Flusssystem aus. Es transportierte aus dem nordböhmischen und westthüringischen Raum riesige Mengen von Kiesen und Sanden. An den Ufern der Flüsse und im Hinterland gediehen ausgedehnte, artenreiche Wälder. Im Laufe von Jahrmillionen entstand aus der abgestorbenen Biomasse dieser Wälder die heutige Braunkohle.

Wie wurde die Braunkohle abgebaut?
Seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde in Mitteldeutschland die Braunkohle im Großtagebauverfahren abgebaut. Dies führte zu einer großflächigen Zerstörung der Landschaft, verbunden mit einem beispiellosen Raubbau an der Natur und mit Umsiedlungen ganzer Ortschaften.

 
 

deli.cio.us Mister Wong

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