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Forstliche Standortverhältnisse |
Überwiegend tritt im LSG Leipziger Auenwald die Nährkraftstufe „Reich“ auf. In den Flussauen sind die meisten Standorte hydromorph beeinflusst (Auen) mit der Feuchtstufe frische Auen (Ü2) und feuchte Auen (Ü1).
In den Landschaftsschutzgebieten „Lößnig - Dölitz“ und „Partheaue“ sowie bei Adorf stocken die meisten Stadtwälder auf mittelfrischen Standorten mit der Nährkraftstufe „mäßig“ (M).
Da die „auenartigen“ Standortformengruppen den größten und wichtigsten Anteil an den Standortformengruppen im Leipziger Stadtwald haben und die Auenwälder den prägendsten Anteil der Stadtwälder stellen, erfolgt dazu noch eine kurze, detailliertere Ausführung.
THOMASIUS untergliedert 1956 die Auenstandorte noch folgendermaßen:
a) nach der Höhe des Grundwasserstandes im Mittel und den sich daraus ergebenden Profilmerkmalen des Bodens und der entsprechenden Bodenvegetation,
b) nach der Mächtigkeit der dem Flusskies und -sand aufliegenden Aulehmdecke (Grenze bei 1 m, zur Ausscheidung von Unterformen).
Damit ergibt sich nach a) die Einteilung in:
1. nasse Auenstandorte 2. grundfeuchte Auenstandorte 3. trockenere Auenstandorte.
Da sich für die nassen Standorte eine Unterteilung nach b) erübrigt, kam THOMASIUS 1956 zu folgender Untergliederung der Auenstandorte:
Au1 = nasse Standorte Au2 = grundfeuchte Auenstandorte mit mächtiger Auenlehmdecke Au2k = Unterform der grundfeuchten Auenstandorte mit schwacher Aulehmdecke über Flusskies und Sand Au3 = trockenere Auenstandorte mit mächtiger Aulehmdecke Au3k = Unterform der trockenen Auenstandorte mit schwacher bis fehlender Aulehmdecke über Flusskies und Sand
(Quelle: H. THOMASIUS „Die Standortverhältnisse der Wälder in und um Leipzig“ 1956) Leider ging man bei späteren Standortkartierungen von dieser feinen und genauen Kartierung ab, so dass die 1988 erstellten Standortkarten des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Grimma nur drei Standortformengruppen für die Leipziger Flussauen angeben (ÜR1 - feuchte Auenstandorte = Au2 und ÜR2 - grundfrische Auenstandorte = Au3 und im Connewitzer Holz R2 - mittelfrische Standorte = Teile von Au3k). (Quelle: Standortkarte des StFB Grimma, 1988) Der Standort Au1 existiert noch de facto; offenbar wurde er wegen seiner geringen Fläche und geringen wirtschaftlichen Bedeutung nicht kartiert. Da aber gerade die feinen Standortunterschiede auch für die botanisch unterschiedenen Untergesellschaften und Varianten der Hartholzaue von Bedeutung sind, wäre es zu begrüßen, wenn zukünftig Standortkartierungen wieder in derselben Genauigkeit im LSG ausgeführt werden, wie dies Thomasius 1956 tat. |
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