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Frühkindliche Bildung in Leipzig

In der frühen Kindheit werden die Grundlagen für spätere Bildungserfolge gelegt. Werden Kinder früh gefördert, können sie ihre Fähigkeiten und Talente besser entwickeln. Aber was müssen und wie können Kinder heute lernen? Welche Rolle spielen Kindertageseinrichtungen dabei?

 
 
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Malende Kinder

Malen fördert Kreativität


 
 
Neue Konzepte

Die Diskussion um diese Fragen begann in Leipzig schon 2000 – und strahlte auf ganz Sachsen aus. Seither ist viel passiert: In Leipzig wurde ein Curriculum entwickelt, das heute sachsenweit für die Fortbildung von Erzieherinnen und Erziehern eingesetzt wird.
In einer Leipziger Kita wurde der Sächsische Bildungsplan (PDF 0,7 MB) erprobt, bevor er 2006 im gesamten Freistaat zur Grundlage der pädagogischen Arbeit in Kitas wurde. Leipziger Kitas haben sich zu Partnern der Familien weiterentwickelt und legen großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Familien.
Mit dem Sächsischen Bildungsplan hat auch ein neues Bild vom kindlichen Lernen Einzug in Kitas gehalten: Kinder sind neugierig und haben große Freude daran, selbst zu lernen und ihre Umwelt zu erkunden. Dafür brauchen sie Erwachsene, die ihnen neue Anregungen und Herausforderungen bieten und andere Kinder, mit denen sie sich auseinandersetzen und die Welt entdecken können.


Zusätzliche Projekte

Um die Bildungsarbeit zu ergänzen, haben viele Leipziger Kitas neue Ansätze ausprobiert und umgesetzt. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „optiStart – ein optimaler Ernährungs- und Bewegungsstart in die Schulkarriere“. Fünf Jahre lang wurden Kitas und Horte darin unterstützt, gesunde Ernährung und Bewegung zu fördern, damit Kinder gesund aufwachsen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sprachförderung. Das gilt besonders für Kinder mit Migrationshintergrund. Um sie besser zu integrieren, wurde an acht Leipziger Kitas ein Projekt auf den Weg gebracht, das die Sprachentwicklung fördert und die Arbeit mit den Eltern vertieft. Die Erfahrungen aus dem Projekt stehen auch anderen Kitas zur Verfügung.

2011 startete eine neue Bundesinitiative zu Sprache und Integration. Mehr als 30 Leipziger Kitas erhalten in den kommenden Jahren zusätzliches Personal für prachpädagogische Arbeit, die Qualifizierung des Teams und die Zusammenarbeit mit Eltern.

Das Projekt „Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren“ unterstützt Kitas dabei, Familien und Kindern dort besondere Förderung zukommen zu lassen, wo dies gebraucht wird.

Durch Angebote der Familienbildung und Netzwerke sollen Eltern gestärkt werden. Viele Leipziger Kitas setzen darüber hinaus eigene Schwerpunkte: Ob Mehrsprachigkeit, die Förderung von Naturwissenschaften, Mathematik und Technik oder die musikalische Frühförderung: Die Angebote sind vielfältig.


Qualifizierung

Gute Bildung erfordert gut ausgebildete Fachkräfte, die Zeit für die Bildungsarbeit haben. In Leipzig haben alle Erzieherinnen und Erzieher an Fortbildungen zur frühen Bildung teilgenommen. Der Schwerpunkt der Fortbildungen liegt inzwischen auf der Entwicklung von Erziehungspartnerschaften mit Eltern und auf der Sprachförderung.
2009 beschloss der Stadtrat, weitere Mittel zur Qualitätssicherung in Kitas zur Verfügung zu stellen. Damit erhalten die Erzieherinnen und Erzieher in Kinderkrippen und Kindergärten zusätzliche Stundenkontingente, um die Bildungsarbeit in ihren Einrichtungen vor- und nachbereiten zu können.
Die Qualifizierung von Tagespflegepersonen wurde durch die Entwicklung fachlicher Standards, begleitende Fortbildung zu Themen wie Sprach- und Bewegungsförderung, Elterngespräche, die Entwicklung von Kleinkindern, durch ein Vertretungssystem bei kurzfristigem Ausfall und die Nutzung eines Materialpools weiterentwickelt.

 

Entwicklung der Frühkindlichen Bildung in Leipzig seit 2001

2001

Die PISA-Studie löst auch eine Diskussion über die Weiterentwicklung der Bildung in Kitas und Horten aus. Die Fachkräfte der Leipziger Kitas diskutieren in einer ersten Fachkonferenz über pädagogische Handlungsgrundsätze.


2002

Der Leipziger Aufruf für eine Qualitätsoffensive in Kitas wird gestartet. Ein Lehrplan zur Fortbildung der Erzieherinnen, Erzieher und Leiter wird entwickelt. Die Stadt entwickelt und erprobt für den Freistaat modellhaft Bausteine zur gezielten Förderung von Bildungsprozessen von Kindern. Mit Stadtratsbeschluss wird das Konzept „Tagespflege in Leipzig“ umgesetzt.


2003

Ab sofort nutzen Leipziger Kitas und Horte Kriterien zur Bewertung der Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher und ein Qualitätsfeststellungsverfahren zur Weiterentwicklung ihrer Arbeit. Elterninitiativen engagieren sich für die Umsetzung bilingualer Konzepte in Leipziger Kitas.


2004

Jugendamt und Regionalschulamt vereinbaren eine engere Zusammenarbeit bei der Förderung von Kindern und Familien in der Übergangsphase von der Kita zur Schule. Mit dem Projekt „Kitas im Blick“ im Leipziger Osten erhalten Familien Unterstützung in verschiedenen Problemlagen. Interkulturelle und nachbarschaftliche Begegnungsangebote werden mit den im Stadtteil vertretenen Vereinen organisiert.


2005

Der Stadtrat verabschiedet den ersten Fachplan zur Förderung von Kindern in Kitas und Kindertagespflege. Ziel ist es u. a., Projekte zur stärkeren Kinderbeteiligung und Elternmitwirkung anzuregen. Mit dem Museum der bildenden Künste, dem Stadtgeschichtlichen Museum und dem Theater der Jungen Welt schließt das Jugendamt Kooperationsvereinbarungen. Kindern soll ein regelmäßiger Zugang in diese Bildungseinrichtungen ermöglicht werden.


2006

Alle Leipziger Kitas arbeiten nach dem sächsischen Bildungsplan.
Konsultationskitas unterstützen die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher.


2007

Ein Modellprojekt zur Sprachförderung beginnt. Die Modellkitas entwickeln spezielle Sprachförderkonzepte für Kinder mit Migrationshintergrund.


2008

In Leipzig ist die Qualifizierung der Fachkräfte zum Bildungsauftrag in Kitas abgeschlossen. Neuer Fortbildungsschwerpunkt wird die Entwicklung von Erziehungspartnerschaften mit Familien.


2009

Der Stadtrat beschließt Maßnahmen zur weiteren Qualitätssicherung in Höhe von 900 000 Euro. Erzieherinnen und Erzieher erhalten damit mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung. Zehn Leipziger Kitas entwickeln sich zu Kinder- und Familienzentren. In ersten Kitas werden Sprach- und Kulturmittler zur Betreuung von Kindern und Familien mit Migrationshintergrund eingesetzt. Einige Kitas beteiligen sich im Projekt „Canto Elementar“ an einem Generationen verbindenden Singpatenprogramm. Erzieherinnen und Erzieher begeistern die Kleinsten für Naturwissenschaften und nutzen Fortbildungen im „Haus der kleinen Forscher“.


2010

Konsultationskitas drehen den Film „Voneinander lernen“. Der Film zeigt Beispiele bester Praxis in Kitas. In den Horten liegt der Schwerpunkt bei den Raumnutzungskonzepten. Die Räume sollen anregungsreich, Spiel-, Lern- und Lebensraum sein und Sicherheit bieten.


2011

Mehr als 30 Leipziger Kitas nehmen an der Bundesinitiative „Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ teil. An den teilnehmenden Kitas können zusätzliche Fachkräfte für die Sprachförderung eingesetzt werden.


 

deli.cio.us Mister Wong

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