Karl Schlögel Der Preisträger 2009 |
geboren 1948 in Hawangen (Deutschland) lebt in Berlin (Deutschland)
Karl Schlögel erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für „Terror und Traum. Moskau 1937“. Mit tiefem Respekt vor dem Unverständlichen macht sich der Autor an die akribische Erforschung und Vergegenwärtigung dieses Schreckensjahres. Schlögel stellt das Disparate heraus, misstraut jedem Denken, das Kausalität, Plan und Ordnung vermutet. Er liest die Omnipotenz der Staatsmacht als Ohnmacht, die Utopie als „Notstandsdenken“ und arbeitet so die extremen Gegensätze von Terror und Traum in ein Erzählen der Gleichzeitigkeit ein, das sich der Grenzen sprachlicher Vermittelbarkeit bewusst ist. Mit dem Perspektivenwechsel, den Korrespondenzen und den Sichtachsen, die er aufschließt, eröffnet sich ein neuer, ein räumlicher Blick auf einen der rätselhaftesten Schauplätze der jüngeren europäischen Geschichte.
Laudatio: Jens Reich, Mediziner, Molekularbiologe (Deutschland)
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