Juri Andruchowytsch | Der Preisträger 2006 |
|
Geboren 1960 in Iwano-Frankiwsk (Sowjetunion, heute Ukraine) lebt in Iwano-Frankiwsk (Ukraine)
Juri Andruchowytsch erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für seinen Roman "Zwölf Ringe", wo wir an einem der abgelegensten Orte der Karpaten von den Überlagerungen einer Gesellschaft im Transit erfahren. Wie in einer Zentrifuge werden hier Albtraum und Liebeshoffnung, Vergangenheit und Zukunft, Mythos und Magie kunstvoll durcheinander gewirbelt. Diese Verteidigung des "letzten Territoriums" an der Grenze zu Nichteuropa ist nicht nur eine eigenwillige Liebeserklärung an ein "großes europäisches Land", sie ist zugleich Einspruch und Selbstbehauptung gegen die Gewalt vergangener wie gegenwärtiger Geschichte. Andruchowytsch holt die vergessene Mitte des Kontinents in unser Bewusstsein zurück und macht uns klar, wo das Zentrum Europas liegt: am Rand.
Laudatio: Ingo Schulze, Schriftsteller (Deutschland)
Laudatio Juri Andruchowytsch: Dankesrede |
|