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Studie zum Mobilitätsverhalten liegt vor

Straßenbahn zur UNICEF-Städtepartnerschaft
Foto: Mahmoud Dabdoub

 
Mit Straßenbahn, Bus, Rad und eigenen Füßen tragen die Leipzigerinnen und Leipziger zu einer guten Umwelt bei

Die Leipzigerinnen und Leipziger haben vergangenes Jahr, wenn sie Wege erledigen mussten, noch mehr vom öffentlichen Personennahverkehr Gebrauch gemacht als fünf Jahre zuvor. Sie sind mehr Rad gefahren sowie mehr zu Fuß gegangen. Diese Erkenntnisse lieferte die Teilnahme Leipzigs am so genannten "System repräsentativer Verkehrsbefragungen" (SrV) 2008, die der zuständige Bürgermeister Martin zur Nedden in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters vorstellte.

"Die alle fünf Jahre kontinuierlich durchgeführte Studie belegt klar, dass sich der Anteil der verschiedenen Verkehrsmittel – der Modal Split – positiv im Sinne der Leitlinien entwickelt hat, die wir im Stadtentwicklungsplan Verkehr und öffentlicher Raum formuliert hatten", kommentierte zur Nedden. "Erledigten 2003 noch 34,1 Prozent der Einwohner ihre Wege mit dem eigenen Auto, so waren es 2008 nur noch 28,6 Prozent. Das ist ein deutlicher Rückgang der Kfz-Nutzung am Modal Split – der erste Rückgang seit 1987 übrigens. Außerdem beobachteten wir zum ersten Mal seit 1998 einen leichten Anstieg des PKW-Besetzungsgrades – vom Faktor 1,2 im Jahre 2003 auf 1,3. Wir freuen uns darüber, dass wieder mehr zu Fuß gegangen sowie mehr Rad, Straßenbahn, Bus und S-Bahn gefahren wird. All dies sind für Menschen und Umwelt positive Entwicklungen, die es weiterhin zu unterstützen gilt. Dabei wird der Mobilitätsberatung und dem Mobilitätsmanagement steigende Bedeutung zukommen."

Die Befragung zum SrV fand von Januar bis Dezember 2008 per Fragebogen deutschlandweit in 74 Städten statt. In Leipzig wurden 1.118 Haushalte mit insgesamt 1.934 Personen befragt. Das waren etwa doppelt so viel wie bei der letzten Befragung, die im Jahre 2003 stattfand. Neben Leipzig beteiligten sich neun weitere sächsische Städte der Region. Die Auswertung nahm die TU Dresden vor.

Leipzig bleibt mobil

Wie die Studie im einzelnen zeigt, bleibt der Mobilitätsgrad der Leipzigerinnen und Leipziger 2008 weiterhin auf hohem Niveau.. 88,7 Prozent der Befragten verließen am Befragungstag ihr Haus mindestens ein Mal, d. h. 1,5 Prozent mehr als 2003. Im Durchschnitt wurden 3,1 Wege pro Tag zurückgelegt. Insgesamt verbrachten die Leipzigerinnen und Leipziger durchschnittlich pro Tag 72,9 Minuten damit, eine Distanz von im Schnitt 6,4 Kilometern zu überwinden. Die durchschnittliche Reisezeit pro Weg betrug 23,5 Minuten. Auf 1.000 Einwohner kamen 402 PKW – 2003 hatte die Anzahl noch 424 betragen. Die Zahl der Fahrräder stieg hingegen weiter an. 2008 kamen auf 1000 Einwohner 757 Fahrräder. 2003 lag dieser Wert noch bei 734 Fahrrädern pro 1.000 Einwohner.

27,3 Prozent der Wege wurden zu Fuß zurückgelegt – ein Prozent mehr als 2003. Der Anteil der Radfahrer stieg von

12,4 auf 14,4 Prozent. 18,8 Prozent der Wege wurden mit Straßenbahn, Bus und S-Bahn zurückgelegt; 2003 waren es nur 17,3 Prozent gewesen. Neben den 28,6 Prozent, die mit dem eigenen Wagen unterwegs waren, gab es elf Prozent Mitfahrer – 2003 waren es noch 9,9 Prozent gewesen.

Die meisten Wege in Leipzig werden nach wie vor zum Einkauf (21 Prozent) bzw. im Zusammenhang mit der Freizeitgestaltung (14 Prozent) zurückgelegt, wobei der Freizeitverkehr um zwei Prozent zurückging. Es folgen Arbeit (zwölf Prozent) und Ausbildung (fünf Prozent). Der Einkaufs- und Freizeitverkehr steigt seit 1998 weiter leicht an. Der Verkehrsanteil Ausbildung blieb nahezu konstant.

 
 
©  Stadt Leipzig, 14. Oktober 2011