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10. Kinderrechtstagung am 20. November im Neuen Rathaus

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Kinderrechtstagung 2008, Foto: Stadt Leipzig

Am 20. November 2009 wird die UN-Kinderrechtskonvention 20 Jahre alt. Durch sie sind bereits deutliche Fortschritte für viele Kinder erzielt worden, gleichwohl werden weltweit noch immer die Rechte von Millionen Jungen und Mädchen verletzt. Vor diesem Hintergrund richtet die Stadt Leipzig am 20. November, auf den Tag genau zwanzig Jahre später, ihre Kinderrechtstagung im Neuen Rathaus (Festsaal) aus.

„Dies ist die 10. Kinderrechtstagung in Leipzig, und wir freuen uns, dass diesmal auch Jugendliche aus unseren Partnerstädten Krakow, Travnik und Lyon an ihr teilnehmen“, unterstreicht Bürgermeister Thomas Fabian „damit wird unser internationaler Austausch auch in dieser Hinsicht mit Leben erfüllt.“

Die Konferenz hat zum Ziel, den Bekanntheitsgrad von Rechten für Kinder zu steigern und lokale Verantwortungsträger sowie die Bürgerschaft für sie zu sensibilisieren, den Kindern Handlungsstrategien für die Umsetzung ihrer Rechte zu vermitteln und sie über Möglichkeiten der Beteiligung bei städtischen Entscheidungsprozessen zu informieren.


Vorstellung der Ergebnisse
Am 15. Dezember, 16 Uhr, werden die Ergebnisse der Kinderrechtstagung dann Oberbürgermeister Burkhard Jung in einer Bürgersprechstunde im Stadtbüro, Katharinenstraße 2, vorgestellt.


Die Hauptthemen sind

  • Bildung für alle ermöglichen!

Der Bildungsstand der Eltern entscheidet in Deutschland viel stärker als in anderen Ländern über die Schullaufbahn und den Bildungserfolg. Kinder armer Familien haben häufiger Schulprobleme und schlechtere Chancen auf eine gute Ausbildung. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie nur unzureichend Lesen und Schreiben lernen, ist dreimal so hoch wie bei ihren Altersgenossen aus besser gestellten Elternhäusern.

  • Flüchtlingskindern gleiche Rechte gewähren!

Besonders schwierig ist die Situation für Kinder, die als Flüchtlinge in Deutschland leben.
Flüchtlinge ohne gesicherten Aufenthaltsstatus haben nur eingeschränkt Zugang zu ärztlicher Behandlung. Schulbesuch und Berufsausbildung werden ihnen schwer gemacht. Schon 16-
Jährige werden wie Erwachsene behandelt und zum Beispiel in Abschiebehaft genommen.

  • Kinder vor Gewalt schützen!

Seit 2000 ist das Recht auf gewaltfreie Erziehung gesetzlich festgeschrieben. Trotzdem werden nach Angaben des Deutschen Kinderschutzbundes jedes Jahr rund 150.000 Kinder unter 15 Jahre von ihren Eltern körperlich misshandelt. UNICEF fordert: Bund, Länder und Kommunen müssen darauf hinwirken, dass jeder Form von Gewalt gegen Kinder vorgebeugt wird. Dazu sind auch Hilfen für Eltern, die Probleme bei der Erziehung haben, und eine gute Vernetzung von Kindergärten, Ärzten, Schulen und kommunalen Einrichtungen wie den Jugendämtern nötig.

  • Kinder vor sexueller Ausbeutung schützen!

Sexueller Missbrauch in der Familie, aber auch die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern in Pornografie und Prostitution sind eine zunehmende Gefahr.

  • Kinder beteiligen!

Bei Entscheidungen in Politik, Verwaltung und Rechtsprechung werden die Rechte der Kinder
und Jugendlichen längst nicht ausreichend berücksichtigt. Es fehlt eine institutionelle Verankerung der Beteiligung.

Ablauf

  • 09:00 Uhr Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Fabian
  • 09:10 Uhr Begrüßung durch Kerstin Schöne, Moderatorin der Kinderrechtstagung
  • 09:15 Uhr Warming up
  • 09:45 Uhr Worldcafé
  • 10:35 Uhr PAUSE
  • 11:00 Uhr Worldcafé
  • 12:00 Uhr Mittagspause
  • 12:30 Uhr Vorstellung Tischergebnisse
  • 13:00 Uhr Präsentation der Ergebnisse
  • 13:30 Uhr Auswertung und Forderungskatalog
  • 14:15 Uhr Liveschaltung nach Polen, Travnik, Frankreich
  • 15:00 Uhr Abschlussfoto vor dem Rathaus


Hintergrund

Gleich zwei Jubiläen begleiten die diesjährige Kinderrechtstagung, die am 20. November im Neuen Rathaus am Martin-Luther-Ring 4-6 stattfindet. Den ersten runden Geburtstag begeht die Tagung selbst, die nunmehr seit zehn Jahren die Rechte der Kinder in den Fokus rückt und zum Thema von Diskussionen und Workshops macht. Das zweite Jubiläum betrifft selbige Rechte, die vor 20 Jahren – 1989 – in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben wurden.

Mit diesen Rechten machen sich die Kinder und Jugendlichen, die in diesem Jahr anlässlich des Jubiläums auch aus Partnerstädten wie Krakau, Travnik und Lyon kommen, bei der Tagung vertraut. Gemeinsam erlernen sie Strategien für die Umsetzung ihrer Rechte und Möglichkeiten der Beteiligung an städtischen Entscheidungsprozessen.

Die diesjährige Tagung steht unter dem Titel „Mein Recht auf Zukunft“. Unter der Fragestellung „Wie kann ich mein Recht auf Zukunft verwirklichen?“ debattieren die Jugendlichen das Recht auf gesunde Entwicklungsbedingungen und Gesundheitsvorsorge, das Recht auf Spiel und Freizeit, den Schutz vor Diskriminierung wegen des Geschlechts, wegen der Religion, der nationalen, ethnischen oder sozialen Herkunft oder einer Behinderung sowie das Recht auf eine gute Schule und Ausbildung.