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Sasha Waltz erhält Caroline-Neuber-Preis der Stadt Leipzig 2010
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(23.11.2009)
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Der mit 6.000 Euro dotierte Caroline-Neuber-Preis wird im Jahr 2010 an die Choreographin Sasha Waltz verliehen. Die Jury würdigte mit ihrer Entscheidung eine renommierte Künstlerin, welche international zu den herausragenden Vertretern des zeitgenössischen Tanzes gehört. Die Preisverleihung findet im kommenden Frühjahr während einer Matinee im Centraltheater Leipzig statt.
In der Jury-Begründung heißt es: „Mit ihren Choreografien – ob in freien Produktionen, an der Berliner Schaubühne oder in Kooperationen mit europäischen Theatern- und Opernhäusern – setzte sie Maßstäbe. Ihre Compagnie „Sasha Waltz & Guests“ steht zugleich für ein künstlerisches Kraftfeld, in dem junge Tänzer und Choreografen die Chance zur ästhetischen Auseinandersetzung und Weiterent-wicklung erhalten. Seit rund zwei Jahrzehnten auf der nationalen und internationalen Bühne präsent, haben sich Ansatz und Gestalt ihrer Choreografien immer wieder gewandelt. In der Auseinandersetzung mit den Strukturen und architektonischen Dimensionen der Schaubühne oder großer Museumsbauten, in Operninszenierungen, mit der Neuen Musik oder der Bildenden Kunst – im Dialog mit anderen ästhetischen Ansätzen prägt Sasha Waltz mit immer wieder neuen Arbeiten die Kunstform Tanz, beeinflusst und inspiriert Choreografen und Theaterleute weltweit und wirkt so in die Entwicklung anderer Kunstgattungen hinein.“
Weiter wird ausgeführt: „Sasha Waltz & Guests“ steht für den Anspruch, künstlerischer Arbeit angemessene Strukturen zu geben. Als „company in residence“ am neuen Ort für die Künste, dem Berliner Radialsystem V, erobert die Compagnie eine neue Bühne und ein neues Publikum für die Theaterkünste. Wie Caroline Neuber in ihrer Zeit steht Sasha Waltz im fast täglichen, existenziellen Kampf um die Durchsetzung ihres ästhetischen Anspruchs an die Kunstform Tanz wie um die materielle Absicherung der Arbeit mit ihrer Kompanie.“
Biografisches und Werke von Sasha Waltz
Sasha Waltz wurde 1963 in Karlsruhe geboren. Von 1983 – 1987 studierte sie Tanz und Choreographie in Amsterdam und New York. Gemeinsam mit Jochen Sandig gründete sie 1993 Sasha Waltz & Guests und 1996 die sophiensaele.
Von 1999 bis 2004 gehörte sie der Künstlerischen Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin an. Hier entstanden u.a. die Stücke „Körper“, „S“, und „noBody“ sowie die choreografische Installation „insideout“.
Ende des Jahres 2004 wurde Sasha Waltz & Guests erneut unabhängig und realisierte ihre erste Opernproduktion „Dido & Aeneas“ zur Musik Henry Purcells, uraufgeführt am Grand Théatre de Luxembourg und an der Staatsoper Berlin.
Die zweite choreografische Oper „Medea“ von Sasha Waltz zur Musik von Pascal Dusapin und dem Text von Heiner Müller kam im Mai 2007 in Luxemburg zur Uraufführung, im September zur Deutsch-landpremiere an die Staatsoper Berlin.
Für die Opéra National de Paris choreographierte sie im Oktober 2007 „Roméo et Juliette“ zur Dramatischen Sinfonie von Hector Berlioz. Von der Fachzeitschrift „ballet-tanz“ wurde Sasha Waltz im August 2007 zur „Choreographin des Jahres“ gewählt.
Das musikalisch-choreographische Projekt „Jagden und Formen (Zustand 2008)“ zur Musik von Wolfgang Rihm wurde im Frühjahr 2008 in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern in Frankfurt am Main uraufgeführt.
Im März 2009 präsentierte die Compagnie die „Dialoge 09 – Neues Museum“ von Sasha Waltz im Neuen Museum in Berlin, das mehr als 10.000 Zuschauer begeisterte.
Im April wurde sie von der französischen Kulturministerin in Paris zum „Officier de l` Ordre des Arts et des Lettres“ ernannt.
Das aktuelle Projekt „Dialoge 09 – MAXXI“ wird im November in Rom zur feierlichen Einweihung des Museumsneubaus von Zaha Hadid „MAXXI_Museo nazionale delle arti del XXI secolo“ zu sehen sein.
2010 wird die neue Choreographie von Sasha Waltz am Schauspielhaus Zürich im Rahmen der Zürcher Festspiele uraufgeführt.
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Caroline-Neuber-Preis der Stadt Leipzig
Mit dem seit 1998 alle zwei Jahre vergebenen Preis ehrt die Stadt Leipzig weibliche Theaterschaffende aus dem deutschsprachigen Raum, die mit ihren hervorragenden künstlerischen Leistungen Maßstäbe gesetzt haben.
Der Preis erinnert zugleich an die deutsche Schauspielerin und Theaterprinzipalin Friederike Caroline Neuber (1697 – 1760). Die „Neuberin“, wie sie auch genannt wurde, arbeitete eng mit Gottsched zusammen, erhielt 1727 das sächsische Privileg, ein festes Theater zu führen, und verbannte in Leipzig im Jahre 1737 in einem allegorischen Vorspiel den Hanswurst von der Bühne.
Bisherige Preisträgerinnen waren die Schauspielerin Jutta Hoffmann (1998), die Schauspielerin Inge Keller (2000), die Regisseurin Konstanze Lauterbach (2002), die langjährige Intendantin des Berliner Hebbel-Theaters Nele Hertling (2004), die Regisseurin Karin Henkel (2006) sowie die Festivaldirektorin der euro-scene Leipzig, Ann-Elisabeth Wolff (2008).
Weitere Informationen
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