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Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal: Bürgerumfrage ausgewertet
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(14.02.2011)
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Die Ergebnisse der Bürgerumfrage zum Freiheits- und Einheitsdenkmal liegen vor. Im Zeitraum vom 11. Januar bis zum 8. Februar führte das Amt für Statistik und Wahlen im Auftrag des Oberbürgermeisters die Befragung durch. In die Befragung einbezogen waren 3000 zufällig aus dem Einwohnerregister ausgewählte erwachsene Leipzigerinnen und Leipziger. Nach rund dreieinhalb Wochen konnten 1002 Fragebögen ausgewertet werden, das heißt, jeder dritte Befragte beteiligte sich an der Umfrage.
Nach Abschluss der Bürgerbefragung gaben rund 54 Prozent aller Befragten an, dass das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal große Bedeutung für die Stadt Leipzig haben werde. Für jeden zweiten Befragten soll das geplante Denkmal hauptsächlich für die Zivilcourage der Bürger zur Überwindung eines totalitären Regimes stehen. Für die ältere Generation soll mehr der 9. Oktober 1989 in Leipzig den Schwerpunkt bilden. Darüber hinaus solle das Denkmal für den Anstoß zukünftiger Generationen, sich für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte einzusetzen, und für die gesamte Friedliche Revolution im Osten Deutschlands stehen.
Jüngere Befragte interessierten sich weniger für das Thema Freiheits- und Einheitsdenkmal, doch die es taten, sahen es mehrheitlich positiv. Ältere Befragte dagegen waren stärker am Thema an sich interessiert. Das kommt sowohl durch die unterschiedlichen Beteiligungsquoten als auch das ungleich geäußerte Interesse an der öffentlichen Diskussion zum Denkmal zum Ausdruck.
„Die Ergebnisse der Bürgerumfrage zeigen, dass sich die Leipzigerinnen und Leipziger der Bedeutung des Denkmals sehr bewusst sind. Besonders freut mich, dass die jungen Leute, die sich beteiligt haben, mehrheitlich dem Denkmal positiv gegenüberstehen“, erklärt Oberbürgermeister Burkhard Jung. „Ich bin auch sehr gespannt auf die Ergebnisse der Jugend- und Expertenwerkstätten, die in dieser Woche stattfinden. Von den Ergebnissen der inhaltlichen und künstlerischen Diskussion des Projektes erhoffe ich mir viele Impulse auch im Hinblick auf die öffentliche Auseinandersetzung. Ohne Zweifel polarisiert das Freiheitsdenkmal noch die Bürgerschaft. Wir haben noch viele Diskussionen vor uns und müssen mit hervorragenden Entwürfen überzeigen. Ermutigend ist die positive Einstellung der jüngeren Generation, denn es soll ein Denk-Mal für die zukünftigen Generationen werden.“
Mit zunehmendem Alter wurde durch die Befragten die Bedeutung der Friedlichen Revolution für den eigenen Lebensweg höher eingeschätzt als die Bedeutung des Denkmals für die Gäste der Stadt und für zukünftige Generationen oder für die Stadt selbst. Hinsichtlich der Bedeutung des geplanten Denkmals für die Gäste der Stadt und zukünftige Generationen gaben 58 Prozent der Befragten eine positive Meinung ab.
Bei der Standortfrage soll der Bezug zu den Montagsdemonstrationen auf dem Leipziger Innenstadtring wichtigstes Auswahlkriterium sein. Danach müssen aus Sicht der Frauen die Kosten und nach Meinung der Männer die gute Sichtbarkeit berücksichtigt werden.
Ein Drittel der Befragten nutzte zusätzlich die Möglichkeit, weitere Hinweise zum geplanten Denkmal zu geben. Die geäußerten Meinungen der unter 50-Jährigen tendierten dabei mehr in Richtung Zustimmung zu dem geplanten Denkmal und die der Älteren mehr zur Ablehnung.
Die nächsten Schritte
In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen findet ab heute bis zum 16. Februar eine internationale Jugendwerkstatt statt, in der Zeitzeugen mit den Jüngeren in einen unmittelbaren Dialog treten können, um die Botschaft des Denkmals für zukünftige Generation herauszuarbeiten. Die Jugendwerkstatt wird hauptsächlich getragen durch das bürgerschaftliche Engagement von Leipziger Kirchgemeinden als Quartiergeber, von Leipziger Gymnasien, der eingeladenen Bürgerrechtler aus Leipzig und Dresden und der Partnerstädte Leipzigs, Houston, Krakow und Hannover.
Die Ergebnisse der Umfrage wie auch der Jugendwerkstatt werden in die am 17.und 18. Februar stattfindende Expertenwerkstatt einfließen. Für die Werkstatt konnten die Historiker TomaÅ¡ VilÃmek (Prag), Prof. Dr. Klaus-Dietmar Henker (Dresden), Prof. Dr. Peter Graf von Kielmansegg (Mannheim), die Kunstwissenschaftler Prof. Dr. Stefanie Endlich (Berlin), Prof. Dr. Dieter Daniels (Leipzig), und die Städtebauexperten Prof. Dr. Iris Reuther (Leipzig/Kassel) und Florian Mausbach (Berlin) gewonnen werden. Zusätzlich eingeladen sind Vertreter der Leipziger Initiative „Tag der Friedlichen Revolution - 9. Oktober 1989“, Vertreter der Bürgerbewegung in Sachsen und Mitteldeutschland, Vertreter des Leipziger Stadtrats und mit Henny Kellner und Brigitte Moritz zwei engagierte Bürgerinnen aus Leipzig.
Die Teilnehmer werden nicht nur eine Empfehlung für den Standort des Denkmals für den Stadtrat erarbeiten, sondern sich vertieft mit den inhaltlichen und künstlerischen Fragestellungen des Denkmalprojektes beschäftigen. Ziel ist es, eine präzise und fundierte Aufgabenstellung für den internationalen künstlerischen Wettbewerb zu erarbeiten und den Stadtrat in seiner Standortentscheidung zu unterstützen. Die Ergebnisse der Werkstattphase sollen am 8. März, um 19 Uhr, in der Alten Handelsbörse in einem Bürgerforum vorgestellt und diskutiert werden.
Der Leipziger Stadtrat hat sich bereits mit dem Beschluss vom 17. Juni 2009 für das Denkmalsprojekt ausgesprochen und drei mögliche Standorte dafür vorgeschlagen: Augustusplatz, Wilhelm-Leuschner-Platz und den Promenadenring als Ganzes. Geplant ist, dass der Leipziger Stadtrat noch vor der Sommerpause 2011 eine Entscheidung über den konkreten Standort fällt.
Der internationale Wettbewerb für das Leipziger Denkmal, für dessen Teilnahme Künstler, Architekten und Landschaftsarchitekten zugelassen werden und sich bewerben können, soll im zweiten Halbjahr 2011 ausgeschrieben und im Frühjahr 2012 entschieden werden. Der bisher mit allen Beteiligten abgestimmte Zeitplan sieht vor, das Denkmal zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution am 9. Oktober 2014 einzuweihen.
Weitere Informationen
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