Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal: Wettbewerb startet
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Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal: Wettbewerb startet

(07.10.2011)
 

Am 9. Oktober 2011, dem 22. Jahrestag der Friedlichen Revolution von 1989, macht die Stadt Leipzig den Wettbewerb für ein Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal bekannt.

2008 hatte der Deutsche Bundestag die Bundesregierung aufgefordert, neben der Errichtung eines Denkmals in Berlin gemeinsam mit dem Land Sachsen und der Stadt Leipzig auch ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig zu errichten. Der Protestmarsch von 70.000 Menschen am 9. Oktober 1989 in Leipzig brachte den Durchbruch für die friedliche Revolution in der DDR, der Weg für die deutsche Einheit wurde damit frei. Das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal soll als nationales Denkmal durch Standort, Gestalt und Aussagekraft über die Stadt hinausweisen. Es wendet sich in seinem politischen und künstlerischen Anspruch an eine breite internationale, demokratische Öffentlichkeit und insbesondere an die zukünftigen Generationen.

Der Leipziger Stadtrat hat im Mai 2011 den Wilhelm-Leuschner-Platz, unmittelbar am Leipziger Ring, der Demonstrationsstrecke von 1989 gelegen, als Standort bestimmt. Das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal soll am 9. Oktober 2014, dem 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution, auf dem dann in „Platz der Friedlichen Revolution“ benannten Areal eingeweiht werden.

„Der 9. Oktober 1989 bewegt uns alle“, so Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig. „An diesem Tag wurde in Leipzig Weltgeschichte geschrieben. Der gewaltfreie Zug der 70.000 um den Promenadenring markierte den Durchbruch. Die Friedliche Revolution bestärkte die Selbstbefreiung Osteuropas und begründete die Einheit Deutschlands.“
Kulturstaatsminister Bernd Neumann erklärte: „Das Leipziger Denkmal soll an die Friedliche Revolution und an die Zivilcourage der Menschen in Ostdeutschland erinnern. Der gewaltfreie Protest von Zehntausenden am 9. Oktober in Leipzig brachte den Durchbruch für die Wende in der DDR. Der Mut der Bürger in Leipzig und in anderen Städten hat das Unrechtsregime der SED zu Fall gebracht. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir heute alle in Freiheit in einem geeinten Deutschland leben. Das Denkmal wird hier in Leipzig als einem der wichtigen Zentren der Revolution errichtet, steht aber für die gesamte friedliche Revolution in der DDR.“

Diese Symbolwirkung ist auch für den Freistaat Sachsen eines der Hauptanliegen. „Frieden und Freiheit sind nicht selbstverständlich. Das hat uns die deutsche Geschichte gelehrt. Mutige Frauen und Männer überwanden im Herbst 1989 eine kommunistische Diktatur. Sie ebneten den Weg zu einer Demokratie in einem vereinten Deutschland. Daran wird das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig dauerhaft erinnern“, sagte der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Dr. Johannes Beermann.

Künstler, Architekten und Landschaftsarchitekten sind jetzt weltweit dazu eingeladen, sich bis spätestens 16. Dezember 2011 zu bewerben. 40 Bewerber/Teams werden dann zur Teilnahme am nichtoffenen Wettbewerb nach RPW 2008 (Richtlinien für Planungswettbewerbe) ausgewählt. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt durch die Ausloberin Stadt Leipzig unter Hinzuziehung/Beratung eines Auswahlgremiums aus externen Fachleuten.

Oberbürgermeister Jung hofft, dass der Wettbewerb breite internationale Aufmerksamkeit findet und bittet Künstler, Architekten sowie Vertreter der weiteren angesprochenen Berufgruppen um ihre Beteiligung. Der Bund und der Freistaat Sachsen haben mit der Stadt Leipzig seit drei Jahren das Wettbewerbsverfahren vorbereitet. Der Oberbürgermeister dankt beiden für die bisherige Unterstützung sowie für die Bereitschaft, auch im weiteren Verfahren aktiv mit zu wirken. Bund und Freistaat werden sowohl im Auswahlgremium als auch im Preisgericht des Wettbewerbes (Jurymitglieder siehe unten) vertreten sein.

Der finanzielle Rahmen für das Gesamtprojekt beträgt 6,5 Millionen Euro, von denen 5 Millionen Euro vom Bund und 1,5 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen getragen werden. Als Wettbewerbssumme stehen brutto 175.000 Euro zur Verfügung.
Der Auslobung des Wettbewerbes hatte die Stadt Leipzig eine Werkstattphase vorangestellt, in der vor allem Bürger, aber auch Experten zu Wort kamen. Von besonderem Wert sind die Ergebnisse der Jugendwerkstatt, in der sich junge Menschen aus Leipzig und den Partnerstädten Hannover, Krakau und Housten mit der Wettbewerbsaufgabe befassten. Auch die Jugendlichen machten deutlich, dass es wichtig ist, die Erfahrungen der Friedlichen Revolution in die Zukunft zu tragen und vor allem den jungen Menschen, die diese Zeit nicht miterlebt haben, nahe zu bringen.
 
 

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