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Positionspapier zum altenfreundlichen Wohnen in Leipzig unterzeichnet
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(18.08.2011)
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Leipzigs Seniorinnen und Senioren sollen so lange wie möglich selbständig ihren Haushalt führen und in ihrem gewohnten Umfeld leben können. Das ist die Hauptzielrichtung des Positionspapiers „Altenfreundliches Wohnen in Leipzig“, das in enger Kooperation mit dem Seniorenbeirat der Stadt Leipzig und den Akteuren der Wohnungswirtschaft entstand und das der vernetzten Zusammenarbeit von Stadt und Wohnungsmarktakteuren auf diesem Gebiet eine neue Qualität geben soll.
Qualitätsstandards und Leitlinien für altenfreundliches Wohnen
Das Papier definiert Qualitätsstandards für altenfreundliches Wohnen und formuliert entsprechende Leitlinien zur Stärkung des altenfreundlichen Wohnens. Am 18. August 2011 wurde es von Baubürgermeister Martin zur Nedden, Sozialbürgermeister Thomas Fabian, der Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Irmgard Gruner, sowie Vertretern der Wohnungsmarktakteure unterzeichnet. Diese sind Haus & Grund Leipzig, die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB), die Wohnungsbaugenossenschaft Kontakt eG, die Wohnungsgenossenschaft Lipsia eG, die Baugenossenschaft Leipzig eG, die Wohnungsgenossenschaft UNITAS eG, die Wohnungsgenossenschaft Transport eG und die Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft eG (VLW).
"Selbstbestimmt und selbständig in der eigenen Wohnung alt werden"
In einem Aktionsplan für die nächsten fünf Jahre benennen die Unterzeichner konkrete Maßnahmen zur Umsetzung. Bürgermeister Martin zur Nedden betont dazu: „Die Herausforderungen der demographischen Entwicklung können nur im konstruktiven Zusammenwirken von Wohnungswirtschaft, Stadt und engagierten Bürgern erfolgreich gemeistert werden.“ Bürgermeister Thomas Fabian freut sich über das Erreichte: „Die überwiegende Zahl der Älteren möchte selbstbestimmt und selbständig in der eigenen Wohnung alt werden. Das Positionspapier befördert dieses Anliegen. Gleichzeitig halte ich es für notwendig, dass altenfreundlicher Wohnraum bezahlbar ist – auch für die auf Grundsicherung angewiesenen älteren Menschen unserer Stadt.“
Anpassung von Wohnungen und Wohnumfeld
Die über 65-Jährigen machen gegenwärtig ein Fünftel der Leipziger Bevölkerung aus. Knapp ein Viertel davon ist über 80 Jahre alt. Die Zahl der über 65-Jährigen wird mittelfristig um bis zu zehn Prozent steigen, die Zahl der über 80-Jährigen sogar um rund 70 Prozent. Vor diesem Hintergrund wird im Fachkonzept 'Wohnen', des 2009 vom Stadtrat beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Leipzig 2020 (SEKo), die Anpassung von Wohnungen und Wohnumfeld an die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren als ein besonderer Schwerpunkt benannt. Altenfreundlich im Sinne des Positionspapiers sind Wohnungen,
- die u. a. maximal 300 Meter von Einkaufsmöglichkeiten und Bus- bzw. Straßenbahnhaltestellen entfernt sind,
- im Erdgeschoss oder in der ersten Etage liegen bzw. per Aufzug erreichbar sind,
- über Zentral- bzw. Etagenheizung verfügen und die genügend Raum für eine Bewegung mit Hilfsmitteln bieten.
Die Wohnungen müssen schwellenfrei sein, das Badezimmer muss mit einer Dusche, eventuell auch mit Hilfsmitteln wie einem Badewannenlift ausgestattet sein und genügend Raum auch für Hilfe durch Pflegepersonal bieten.
Bei Neubauten sollten nach dem Willen der Unterzeichner grundsätzlich alle Wohnungen einem altenfreundlichen Standard entsprechen. Darüber hinaus wollen sie dem steigenden Bedarf an stufenlos erreichbaren altenfreundlichen Wohnungen sowie an barrierefreien Wohnungen gemäß DIN 18040 Rechnung tragen.
Ein weiteres Ziel ist die Weiterentwicklung der Wohnquartiere im Hinblick auf Wohnumfeld und infrastrukturelle Ausstattung entsprechend der generationsübergreifenden Ansprüche.
Akteure erklären ihren Willen, baulichen Maßnahmen schrittweise und standortbezogen weiterzuführen
Die Leipziger Wohnungswirtschaft hat bereits in den vergangenen Jahren altenfreundliche Anpassungen von Wohnungen vorgenommen sowie z. B. Wohngebäude mit Rampen versehen, um die Zugänglichkeit zu verbessern, und in Häusern nachträglich Aufzüge eingebaut. In dem zusammen mit dem Positionspapier aufgestellten Aktionsplan erklären die Akteure ihren Willen, diese baulichen Maßnahmen schrittweise und standortbezogen weiterzuführen.
Noch stärker als bisher nehmen die Wohnungsunternehmen im Wohnungsbestand altenfreundliche Anpassungen nach den individuellen Anforderungen der Mieterinnen und Mieter vor. Darüber hinaus werden verschiedene Wohnungsunternehmen in den nächsten Jahren Neubauprojekte realisieren, bei denen altenfreundliche und teilweise barrierefreie Wohnungen entstehen.
Im Aktionsfeld „Wohnumfeld und Infrastrukturelle Ausstattung“ benennt der Aktionsplan insbesondere Maßnahmen für eine verbesserte Erschließung durch den öffentlichen Personennahverkehr.
Um die steigenden Anforderungen und Interessen älterer Bürgerinnen und Bürger noch mehr zu berücksichtigen, wird die Stadtverwaltung ältere Menschen künftig noch intensiver in Beteiligungsprozesse einbinden, etwa über das Quartiersmanagement.
Weitere Schwerpunkte des Aktionsplanes sind verstärkte Beratung und Information durch die Stadtverwaltung, u. a. mit Hilfe des Seniorenbeirates, und durch die Wohnungsmarktakteure. Darüber hinaus unterstützen die Wohnungsunternehmen bzw. ihre Vereine ihre älteren Mieterinnen und Mieter mit verschiedenen Service- und Teilhabeangeboten.
Der Aktionsplan, der regelmäßig evaluiert und fortgeschrieben werden soll, hat zunächst einen Zeithorizont von fünf Jahren.
Weitere Informationen
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