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Werkstattphase für Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal startet mit Bürgerumfrage
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(11.01.2011)
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Umfrage unter 3000 repräsentativ ausgewählten Leipzigerinnen und Leipzigern
Heute beginnt die Werkstattphase im Verfahren für das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal. Sie wird mit einer Bürgerumfrage gestartet, zu der 3000 repräsentativ ausgewählte Leipziger und Leipzigerinnen angeschrieben werden. Die Umfrage dient unter anderem dazu, ein Bild zu erhalten, wofür das Leipziger Denkmal stehen soll, welche Kriterien für die Standortwahl wichtig sind und welche Hinweise und Anregungen für das weitere Verfahren berücksichtigt werden sollen.
Die Erfahrungen des Wettbewerbsverfahrens in Berlin haben gezeigt, dass eine präzise, klare inhaltliche und künstlerische Aufgabenstellung für die Teilnehmer am Wettbewerb notwendig ist. Aus diesem Grund soll in Leipzig unter Einbeziehung der Bürgerschaft die Werkstattphase dem eigentlichen Wettbewerbsverfahren vorgeschaltet werden. Ziel ist es, die Kernaussagen für die Wettbewerbsauslobung zu erarbeiten sowie dem Stadtrat eine Grundlage für die notwendige Entscheidung über den Standort für das Denkmal in Leipzig zu liefern. Zur Durchführung der Werkstätten inklusive Bürgerbeteiligung sind im Haushalt 2011 29.000 Euro eingeplant worden. Die Kosten des darauf folgenden Wettbewerbsverfahrens werden vom Bund übernommen.
„Das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal ist ein einmaliges Geschenk für die Stadt Leipzig, das den Beitrag der Leipziger Bürger für Freiheit, Demokratie, Menschen- und Bürgerrechte im wiedervereinigten Deutschland würdigt“, ist Oberbürgermeister Burkhard Jung überzeugt. „Auf das Ergebnis der repräsentativen Bürgerumfrage bin ich sehr gespannt“.
Die nächsten Schritte: Jugend- und Expertenwerkstatt
In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen wird vom 14. bis 16. Februar eine internationale Jugendwerkstatt stattfinden, in der die Generation der Akteure der Friedlichen Revolution mit den Jüngeren in einen unmittelbaren Dialog treten kann, um die Botschaft des Denkmals für zukünftige Generationen herauszuarbeiten. Die Jugendwerkstatt wird hauptsächlich getragen durch das bürgerschaftliche Engagement von Leipziger Kirchgemeinden als Quartiergeber, von Leipziger Gymnasien, den eingeladenen Bürgerrechtlern aus Leipzig und Dresden und der Partnerstädte Leipzigs, Houston, Krakow und Hannover.
Die Ergebnisse der Umfrage und der Jugendwerkstatt werden in die am 17.und 18. Februar stattfindende Expertenwerkstatt einfließen. Für die Werkstatt konnten zahlreiche, renommierte Historiker, Kunstwissenschaftler und Städtebauexperten gewonnen werden. Zusätzlich eingeladen sind Vertreter der Leipziger Initiative „Tag der Friedlichen Revolution - 9. Oktober 1989“, Vertreter der Bürgerbewegung in Sachsen und Mitteldeutschland, Vertreter des Leipziger Stadtrats und mit Henny Kellner und Brigitte Moritz zwei engagierte Bürgerinnen aus Leipzig. Die Teilnehmer werden nicht nur eine Empfehlung für den Standort des Denkmals für den Stadtrat erarbeiten, sondern sich vertieft mit den inhaltlichen und künstlerischen Fragestellungen des auch umstrittenen Denkmalprojektes beschäftigen. Das Ergebnis soll eine präzise und fundierte Aufgabenstellung für den internationalen künstlerischen Wettbewerb sein, die dem Stadtrat in seiner Standortentscheidung als Unterstützung dient. Die Ergebnisse der Werkstattphase sollen am 10. März, um 18 Uhr, in der Alten Handelsbörse in einem Bürgerforum vorgestellt und diskutiert werden.
Der Leipziger Stadtrat hat sich mit dem Beschluss vom 17. Juni 2009 bereits für das Denkmalsprojekt ausgesprochen und drei mögliche Standorte dafür vorgeschlagen: den Augustusplatz, den Wilhelm-Leuschner-Platz und den Promenadenring als Ganzes. Geplant ist, dass der Leipziger Stadtrat noch vor der Sommerpause 2011 eine Entscheidung über den konkreten Standort fällt. Der internationale Wettbewerb für das Leipziger Denkmal, für dessen Teilnahme Künstler, Architekten und Landschaftsarchitekten zugelassen werden und sich bewerben können, soll im zweiten Halbjahr 2011 ausgeschrieben und im Frühjahr 2012 entschieden werden. Der bisher mit allen Beteiligten abgestimmte Zeitplan sieht vor, das Denkmal zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution am 9. Oktober 2014 einzuweihen.
Hintergrund
Mit den Beschlüssen vom 9. November 2007 und 4. Dezember 2008 hat der Deutsche Bundestag entschieden, dass ein Freiheits- und Einheitsdenkmal jeweils in Berlin und in Leipzig errichtet werden soll. Der Bund hat für das Leipziger Denkmal bis zu fünf Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der Sächsische Landtag hat wegen der herausragenden Bedeutung des Beitrages der Bürger Sachsens an der Friedlichen Revolution mit seinem Beschluss vom 17. Juni 2010 die Voraussetzungen geschaffen, dass sich der Freistaat Sachsen mit bis zu 1,5 Millionen Euro am Leipziger Denkmal beteiligen wird. Das Geld soll in den Haushaltsjahren 2013/14 zur Verfügung gestellt werden. Die eindeutige Beschlusslage der beiden Parlamente bringt zum Ausdruck, welche historische Bedeutung der 9. Oktober in Leipzig für den Mauerfall am 9. November in Berlin und die darauf folgende deutsche und europäische Einigung hatte. Das Leipziger Denkmal steht jedoch nicht nur für die Demonstrationen in Leipzig allein, sondern soll als ein nationales Denkmal an die Friedliche Revolution in der gesamten DDR erinnern.
Seit 2009 laufen intensive Abstimmungen mit den Zuwendungsgebern Bund und Land über das Verfahren für das Leipziger Denkmal. Nach Aussage des Bundesbauministeriums ist ein rechtssicheres Wettbewerbsverfahren nur mit einem Standort möglich. Auch ist es zur Abklärung der Herrichtungs- und Umfeldkosten für den Standort sowie des Eigenanteils der Stadt Leipzig zwingend notwendig, innerhalb des Zuwendungsverfahrens eine klare Festlegung über den zukünftigen Standort zu treffen. Die Vorbereitung einer Entscheidungsgrundlage für den Leipziger Stadtrat ist unumgänglich.
Weitere Informationen
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