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Internationale Wochen gegen Rassismus in Leipzig vom 12.- 25. März mit vielfältigem Programm

(01.03.2012)
 

Vom 12. bis zum 25. März finden in Leipzig zum neunten Mal die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Das Programm ist so umfangreich wie noch nie – nahezu 50 Einrichtungen und Vereine laden zu rund 65 Veranstaltungen und sieben Ausstellungen ein – und das Anliegen der Veranstaltungsreihe – aktueller denn je.

„Das Entsetzen über rechtsextremistische Gewalttaten mitten unter uns ist in den letzten Monaten deutlich spürbar geworden. Die schreckliche Mordserie der sogenannten Zwickauer Neonazi-Zelle ist aber leider nur die Spitze des Eisbergs – schon seit Jahren lassen sich rechtsextreme und fremdenfeindliche Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft feststellen“, konstatiert Stojan Gugutschkow, der Leiter des Referates für Migration und Integration, das die Internationalen Wochen gegen Rassismus koordiniert.

Fragen des Alltagsrassismus werden folgerichtig im Rahmen einiger Vorträge und Gespräche vorgestellt und diskutiert – so am 12. März um 19 Uhr im Caktus e. V. zum Thema „Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010“. Am 15. März um 19 Uhr wird im GRASSI Museum „Rassismus in der Mitte der Gesellschaft“ mit Beispielen aus Informationsmedien demonstriert, am gleichen Ort setzt sich am 22. März um 19 Uhr ein Vortrag unter anderem mit der Notwendigkeit auseinander, biologistische „Rassen“-Theorien zu widerlegen. Das Lancieren von Emotionen am Beispiel der Darstellung muslimischer Migrantinnen und Migranten in der so genannten „Sarrazindebatte“ steht in einem Vortrag am 23. März um 19 Uhr in der Frauenkultur Leipzig im Mittelpunkt.

Für Kinder und Jugendliche hält das Programm der Antirassismuswochen besondere Angebote bereit. Im Rahmen einer Projektwoche mit dem Titel „Schuhe machen Leute – Are you what you wear?“ vom 12. bis 16. März lernen rund 20 Jugendliche mit Migrationshintergrund, mit der eigenen Identität umzugehen und erfahrener Diskriminierung aktiv zu begegnen. Dazu gestalten sie ein eigenes Paar Sportschuhe mit Elementen ihrer Herkunftskultur. Veranstalter dieser Workshops sind der Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf gemeinsam mit dem Referat für Migration und Integration und dem Generalkonsulat der USA in Leipzig.

Zu den Angeboten für Kinder und Jugendliche gehören auch Filmveranstaltungen im Kino Cineding, thematische kreative Nachmittage und eine Gesprächsrunde zur Argumentation gegen Rassismus im Stadtteilzentrum Anker, eine Matinee „Jüdische Schulgeschichten“ im Schulmuseum, ein Workshop „Das bin ich, das bist Du!“ über kulturelle Vielfalt im GRASSI Museum und ein Hörspielabend für Jugendliche „Was ist ein Fremder?“ in der Pauluskirchgemeinde Leipzig-Grünau. Zum Fachtag „Courage zeigen! Gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus“ sind Schülerinnen und Schüler am 13. März ins Neue Rathaus eingeladen. Dieser Workshop gehört ebenso zum Programm der Woche der Brüderlichkeit, die der Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit organisiert. Der Workshop ist wie einige weitere Veranstaltungen dieser Aktionswoche im Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus zu finden, da ihr Anliegen des christlich-jüdischen Dialogs auch zum Einsatz gegen Rassismus und Diskriminierung gehört.

Zu den Antirassismuswochen kommt Christine Lüders, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, nach Leipzig. In einem Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Daniela Kolbe wird sie Fragen zur Antidiskriminierungspolitik in Deutschland beantworten. Die Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Sachsen, und des Referates für Migration und Integration findet am 20. März um 18 Uhr in der Burgstraße 25 statt.

Weitere Aspekte, die im Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Leipzig zur Sprache kommen, sind beispielsweise der konstruierte Gegensatz „Muslime versus Schwule“ (15. März, 21 Uhr, Frauenkultur), der rechtsextreme Missbrauch germanischer Mythen (22. März, 19:30 Uhr, Haus des Buches) oder die Bedeutung und Nutzung des Begriffs „Toleranz“ (23. März, 15 Uhr, DAA Medienwerkstatt).

Erfreulich ist, dass auch in diesem Jahr einige Veranstaltungen in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse bzw. mit „Leipzig liest“ stattfinden.

Während der Aktionswochen sind insgesamt sieben Ausstellungen zu sehen, darunter „Wir Afrikaner – die genetische Verwandtschaft der Menschen“ im GRASSI Museum, „Unterschiede, die einen Unterschied machen“ im Interkulturellen Konversationscafé (Emilienstraße 17) zu Diskriminierung und Teilhabe und „Verliebt in Leipzig“ im Neuen Rathaus, in dem Jugendliche mit Migrationshintergrund ihre ganz individuelle „Liebesbotschaft“ für ihre Stadt zeigen.

„Die Internationalen Wochen gegen Rassismus sind ein wesentlicher Schwerpunkt bei der Umsetzung des Zehn-Punkte-Aktionsplans der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus, der Leipzig 2009 per Ratbeschluss beigetreten ist“, betont Stojan Gugutschkow. „Wir sind sehr froh und dankbar, dass uns bei ihrer Durchführung die F. C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz wieder finanziell unterstützt“, führt er weiter aus.

Das Gesamtprogramm der Internationalen Wochen gegen Rassismus liegt an vielen öffentlichen Stellen aus. Im Internet ist es zu finden unter www.leipzig.de/antirassismus.

 
 
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