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Fachkonzept Denkmalpflege

Entwicklung und Handlungsbedarf

Mit der Wiedervereinigung setzte eine intensive Anstrengung ein, das in seiner Grundsubstanz noch weitgehend unveränderte, aber aufgrund von Instandhaltungsdefiziten und Leerstand vom Verfall bedrohte reiche bauhistorische Erbe der Stadt Leipzig zu retten. Im Ergebnis konnten bis heute die Ensembles der Gründerzeit in wesentlichen Teilen saniert sowie die wichtigsten Monumente instandgesetzt werden. Weiterhin wurde die Innenstadt mit den charakteristischen Passagen und Geschäften wiederbelebt, fast alle barocken Bürgerhäuser gerettet, verschiedene Industriedenkmale durch Umbau und neue Nutzungen revitalisiert.

Neben den Instrumenten der Wohnungsmarktkonsolidierung, welche indirekt den Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz unterstützen, sowie bauplanungs- und bauordnungsrechtlichen Instrumenten wurde 2005 ein Gebäudesicherungsprogramm ins Leben gerufen. Es dient punktuellen Maßnahmen zum Erhalt von städtebaulich oder denkmalpflegerisch besonders wertvollen Gebäuden. Von den rund 13.000 gründerzeitlichen überwiegend denkmalgeschützten Gebäuden waren Ende 2007 noch ca. 2.500 unsaniert, 500 davon städtebaulich und denkmalpflegerisch besonders wertvoll.

 
 
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Denkmalpflege - Prioritätsbereiche
Karte B 9: Prioritätsbereiche
(PDF 2,5 MB)
 

Langfassung Fachkonzept Denkmalpflege (PDF 50 kB)

 
 
 

Die langfristige Sicherung der Leipziger Denkmalsubstanz stellt weiterhin eine große Herausforderung dar, da viele der noch nicht sanierten Gebäude sich in für eine Wohnnutzung schwierigen Lagen (z.B. verkehrsbelastete Magistralen, Eckgrundstücke) befinden und inzwischen einen kritischen Bauzustand erreicht haben. Problematisch erscheint auch die Erhaltung vieler Industriedenkmale, deren große Fläche nur schwer neue Nutzer findet.

Ziele

Oberstes Ziel der Denkmalpflege ist es, die in der noch weitgehend geschlossenen historischen Bausubstanz begründete Attraktivität und Lebensqualität Leipzigs zu sichern, bewusst zu gestalten und erlebbar zu machen.
Dazu gilt es:

  • städtebaulich bedeutsame Strukturen zu erhalten und die bauliche und stilistische Geschlossenheit von übergreifenden Denkmalensembles zu bewahren,
  • die einzelnen Denkmäler in ihrer Einmaligkeit zu erhalten. Da nur ein genutztes Denkmal dauerhaft gesichert ist, gilt es neue Nutzungen zu finden. Bei den dafür notwendigen baulichen und funktionalen Änderungen sollen die Verluste der originalen Bausubstanz in einem dem Eigentümer zumutbaren Rahmen so gering wie möglich gehalten werden.
  • neue Strategien und Handlungskonzepte für den Umgang zu finden, die innovative Nutzungsansätze beinhalten und den effizienten Einsatz der knappen Fördermittel ermöglichen.


Handlungsschwerpunkte

Die Gebiete des Stadtzentrums, innenstadtnahe Mischgebiete, vorwiegend gründerzeitliche Bebauung, Wohnanlagen der 20/30er Jahre, Bebauung der 50/60er Jahre, historische Ortskerne, Einzelobjekte mit stadtgeschichtlich und stadträumlich bedeutenden Grundstrukturen sowie Gartendenkmale wurden nach ihrem stadtgeschichtlichen Wert, ihrer Bedeutung für das Stadtbild sowie ihren Denkmalwert bewertet. Zur Sicherung eines effektiven Ressourceneinsatzes wurde entsprechend dem Gefährdungsgrad der Bausubstanz und der stadträumlichen Bedeutung unterschieden in (siehe Karte B 9):

  • Prioritätsbereich 1: Stabilisierung denkmalpflegerisch besonders wertvoller oder identitätsstiftender Strukturen der Stadtteile. Interventionsintensität: flächenhafte Maßnahmen.
  • Prioritätsbereich 2: Erhalt und Stützung stadtbildprägenden vorwiegend geschlossenen Denkmalbestandes in weitgehend konsolidierten Gebieten. Interventionsintensität: punktuelle Maßnahmen.
  • Prioritätsbereich 3: Minimierung von Verlusten an Denkmalsubstanz und stadthistorischen Strukturen zur Erhaltung von Stadtteilidentität. Interventionsintensität: punktuelle Maßnahmen.


Neben den bereits vorhandenen Instrumenten sollen einige besondere Bereiche im Rahmen verfügbarer Ressourcen vertiefend untersucht und mit Handlungsanweisungen bzw. -konzepten untersetzt werden. Zudem sollen Konzepte erarbeitet werden, die das reiche bauhistorische Erbe als Potenzial für den (Kultur-) Tourismus als auch für die Lebensqualität und Nutzungsfreiheiten für die Leipziger selbst vermarkten und es dadurch stärken.

 
 

deli.cio.us Mister Wong

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