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Fachkonzept Freiraum und Umwelt

Entwicklung und Handlungsbedarf

Die Umweltsituation in Leipzig unterlag seit 1990 tiefgreifenden Veränderungen. Deutlichen Verbesserungen hinsichtlich der Belastung mit klassischen Luftschadstoffen sowie eine teilweise erhebliche Verbesserung der Wasserqualität stehen ein deutlicher Anstieg der verkehrsinduzierten Lärm- und Schadstoffbelastungen sowie eine zunehmende Versiegelung des Bodens gegenüber.

Handlungsbedarf besteht bei der Luft- und Lärmbelastung aufgrund der gesundheitsgefährdenden Werte, beim Hochwasserschutz, bei der Verbesserung der Gewässerqualität von Gewässern II. Ordnung sowie beim Flächenmanagement. Das Leipziger Auensystem mit dem größten zusammenhängenden Auwald in Sachsen wurde seit 1990 durch Maßnahmen zur Revitalisierung gestärkt und ist Bestandteil des europaweiten Netzes von bedeutenden Schutzgebieten, natura 2000, das es zukünftig weiter zu entwickeln und mit den Erholungs-ansprüchen in Einklang zu bringen gilt.

Mit dem Leipziger Auwald, den weiteren Auen, vorhandenen Waldstrukturen, Kleingärten und Grünanlagen hatte Leipzig 1990 eine gute Ausgangsposition um seine Freiräume weiterzuentwickeln. In den 90er Jahren wurden das Grün- und Freiflächensystem auf der Grundlage des Landschaftsplanes entwickelt sowie Grün- und Parkanlagen, Stadt- und Spielplätze saniert. Ende der 90er Jahre konzentrierte sich die Freiraumentwicklung zunehmend auf die Stadtumbaugebiete, einerseits um das Freiraumdefizit zu minimieren und andererseits um die Attraktivität innerstädtischer Altbauquartiere (Leipziger Osten und Westen) gegenüber dem Stadtumland zu stärken sowie Impulse für die umgebende Wohnbebauung zu setzen.

Eine weit über Leipzig hinaus bedeutende Entwicklung vollzog sich mit der Einstellung des Braunkohletagebaus und dem Wandel zu einer Seenlandschaft. Im Norden, im Süden und im Westen von Leipzig entsteht das Leipziger Neuseenland, das vernetzt mit dem innerstädtischen Freiraum- und Gewässerverbund neue attraktive Freizeitangebote für Leipziger und Touristen bieten wird.

Der Handlungsbedarf besteht vorrangig in der Sicherung und Weiterentwicklung der erreichten Qualitäten (Pflege), der Beseitigung von teilräumlichen Defiziten (siehe Karte B 3.2) in den innerstädtischen Altbauquartieren sowie der Verknüpfung der Freiräume und Gewässer mit dem Umland.

Ziele der künftigen Freiraum- und Umweltentwicklung

  • die Verbesserung der Erreichbarkeit und Vernetzung vorhandener Freiräume mit Wohn-/ Arbeitsstätten und Sportanlagen und Verbindung der Innenstadt über Grünzüge und Wegeverbindungen mit dem Umland,
  • die Sicherung urbaner Freiräume und Schaffung neuer Grünzuge für Erholung, Sport und Freizeit sowie zur Aufwertung des städtischen Wohnumfeldes mit dem Schwerpunkt in Stadtumbaubereichen,
 
 
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Download

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Räumliche Handlungsschwerpunkte
Karte B 3.1: Räumliche Handlungsschwerpunkte (PDF 3 MB)
 
Problemintensität
Karte B 3.2: Problemintensität in den Ortsteilen (PDF 2,5 MB)
 

Langfassung Fachkonzept und Umwelt (PDF 100 KB)

 
 
 
  • einen Beitrag zum Klima-, Umwelt- und Hochwasserschutz zu leisten, u.a. durch Steigerung der Energieeffizienz,Nutzung regenerativer Energien, Reduzierung von verkehrsinduzierter Luft- und Lärmbelastung, Hochwasserrisikomanagement, Umsetzung des Prinzips „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“,
  • der weitere Ausbau des Gewässerverbundes für Tourismus, Freizeit und Sport sowie Revitalisierung von Fließgewässern im Auwald und in der bebauten Stadt.


Handlungsschwerpunkte

Die Ziele werden untermauert durch inhaltliche Handlungsschwerpunkte mit gesamtstädtischer Relevanz wie dem sowohl ökologisch als auch ökonomisch dringendem Umbau der Energieversorgungssysteme unter Nutzung vorhandener Einsparpotentiale (siehe Karte B 3.1).

Aus den im Fachkonzept festgestellten Defiziten und Potentialen leiten sich sieben räumliche Handlungsschwerpunkte mit den nachfolgend genannten Maßnahmebündeln ab:

  • Leipzig Ost: Grün- und Wegevernetzung (Lene-Vogt-Park - Anger-Crottendorfer-Kreuzung – Stünzer Wald / Dunkler Wald – Lichter Hain – Grüne Gasse – Rabet) Reduzierung der Luft- und Lärmbelastung an Hauptverkehrsstraßen, Brachenrevitalisierung durch Zwischennutzungen
  • Leipzig West: Blaues Band Karl-Heine-Kanal – Lindenauer Hafen (und Umfeld) – Elster-Saale-Kanal, Güterbahnhof Plagwitz, Umfeld Cottaweg, Reduzierung der Luft- und Lärmbelastung an Hauptverkehrsstraßen, Brachenrevitalisierung
  • Grünau: Unterstützung des Stadtumbauprozesses im Stadtumbaugürtel, verbesserte Anbindung Grünau – Plagwitz, Alte Salzstraße, Nutzung des Potentiales Zschampertaue und Kulkwitzer See
  • Aktivachse Bayrischer Bahnhof – südliches Neuseenland: Verbesserung des Freiraumangebots für die umgebenden Wohnquartiere, Verbesserung der Wegeverbindung in das südliche Neuseenland
  • Heiterblick/Paunsdorf mit der Fortsetzung des „Grünen Bogen Paunsdorf“
 
 

deli.cio.us Mister Wong

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