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Fachkonzept Wirtschaft und Beschäftigung

Entwicklung und Handlungsbedarf

Mit der Wiedervereinigung hat Leipzig seine Rolle als einer der bedeutendsten Industriestandorte der DDR und in der Folge den Großteil der industriellen Arbeitsplätze und Strukturen verloren. Dieser strukturelle Bruch prägt noch heute Wirtschafts- und Erwerbsstruktur.

Seit 2000 entwickelt sich die Wirtschaftskraft positiv, in erster Linie getragen durch den Dienstleistungssektor, unterstützt durch ein erstarktes Verarbeitendes Gewerbe (Automobil, Zulieferer) und die Logistikbranche. Grundlage dieser Entwicklung waren Neuansiedlungen großer Unternehmen. Zugleich ist es gelungen, die Forschungslandschaft insbesondere in den Bereichen Gesundheitswirtschaft und Biotechnologie sowie Umwelt zu stärken.

Der Wirtschaftsstandort Leipzig zeichnet sich heute aus durch starke Dienstleistungsfunktionen mit besonderen Qualitäten im Messe- und Kongresswesen, im Bereich Medien/IT sowie in der Gesundheits-wirtschaft. Darüber hinaus prägt ihn eine vielfältige Kreativwirtschaft, eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur sowie eine hohe touristische Attraktivität.

Leipzig ist zudem ein bedeutender Wissenschafts- und Hochschulstandort mit Schwerpunkt in den Humanwissenschaften.
Wachstumsträchtige Branchenschwerpunkte werden gezielt über eine Cluster-Strategie unterstützt (siehe Karte B 2.2), wobei sich Leipzig auf die Cluster Automobil- und Zuliefererindustrie, Medien und Kreativwirtschaft, Energie und Umwelttechnik, Gesundheitswirtschaft und Biotechnologie sowie Logistik und Dienstleistungen konzentriert.

Entwicklungsbedarf besteht beim Anteil des Verarbeitenden Gewerbes und mittelständischer Unternehmen an der Wertschöpfung sowie der Forschungs- und Entwicklungsintensität (F&E) und Innovationsdynamik der Leipziger Wirtschaft. Hinzu kommt der geringe Anteil naturwissenschaftlich-technischer Disziplinen an den Hochschulen.

Die Beschäftigungssituation ist – trotz Aufwärtstrend – nach wie vor problematisch und gekennzeichnet durch eine hohe (Langzeit-) Arbeitslosigkeit, einen hohen Anteil an Leistungsempfängern und geringfügiger Beschäftigung. Innerhalb Leipzigs gibt es dabei ausgeprägte Unterschiede mit Konzentrationen der Erwerbslosigkeit im Leipziger Osten und Westen sowie Grünau.

Die Entwicklungsaussichten für die Leipziger Wirtschaft sind gut. Damit eröffnen sich Chancen für eine langfristige Verbesserung der Beschäftigungssituation. Zugleich muss auf Grund der demographischen Entwicklung und der nachgefragten Qualifizierungsprofile großes Augenmerk auf die Sicherung des Fachkräftebedarfs gelegt werden.

 
 
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Download

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Räumliche Handlungsschwerpunkte
Karte B 2.1: Räumliche Handlungsschwerpunkte
(PDF 2,5 MB)
 
Schwerpunkte Clusterentwicklung
Karte B 2.2: Schwerpunkte der Clusterentwicklung (PDF 2,4 MB)
 

Langfassung Fachkonzept Wirtschaft und Beschäftigung (PDF 110 KB)

 
 
 
Ziele auf gesamtstädtischer Ebene

  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Schaffung von Arbeitsplätzen, inbesondere durch Konzentration auf Branchenschwerpunkte (Cluster - „Stärken stärken“), die weitere Stärkung des Verarbeitenden Gewerbes, die Förderung unternehmensbezogener Innovationsprozesse und die Attraktivierung Leipzigs als Wohn- und Lebensort,
  • Reduzierung der Arbeitslosigkeit und Stärkung der sozialen Integration, vor allem über die Verbesserung der präventiven Arbeitsmarktpolitik im 1. Arbeitsmarkt,
  • Fachkräftesicherung, u.a. durch eine Qualitätsoffensive bei der schulischen Bildung, dem Ausbau des Lehrstellenangebots und der Zukunftsfähigkeit der Hochschulausbildung,
  • Stärkung Leipzigs als touristisches Ziel, inbesondere durch den Ausbau des Privatreisesegments über die Vermarktung Leipzigs als Musik- und Kunststadt und in Verbindung mit der Entwicklung des Neuseenlandes.


Erfolge bei der Bewältigung dieser Aufgaben, inbesondere im Bereich Erwerbstätigkeit sowie Bildung und Ausbildung, können nur im Zusammenwirken auf regionaler und Landesebene erreicht werden.

Handlungsschwerpunkte

Einige Ziele sind weiter auf bestimmte Stadträume und Gebiete fokussiert, da hierfür aufgrund der sozialräumlichen Disparitäten oder aufgrund besonderer Entwicklungspotentiale ein zusätzlicher Handlungsbedarf und Instrumente zur Steuerung vorhanden sind (siehe Karte B 2.1):

  • stadtteilbezogene Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Leipziger Osten, Leipziger Westen und in Grünau,
  • die Sicherung von Flächen für Industrie und arbeitsplatzintensive Logistik im Nordraum, in Kooperation mit den Nachbargemeinden,
  • die Entwicklung bestehender Gewerbegebiete, die laut STEP in die Gebietskategorie „Revitalisierung mit Priorität“ eingestuft sind und wichtiger Konversionsflächen,
  • die Entwicklung des touristischen Potenzials des Gewässerverbundes.
 
 

deli.cio.us Mister Wong

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