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Fachkonzept Wohnen

Entwicklung und Handlungsbedarf

Seit der Wiedervereinigung hat sich der Wohnungsmarkt in Leipzig grundlegend gewandelt. Bis 1998 konnten zwei Drittel der stadtbildprägenden Gründerzeitgebäude saniert werden. Durch Nachfragerückgang angesichts der Einwohnerverluste und Angebotsausweitung im Zuge von Wohnungs- und Eigenheimneubau am Stadtrand entwickelte sich ein entspannter Wohnungsmarkt. Der Leerstand von über 60.000 Wohnungen im Jahr 2000 gefährdete jedoch gleichzeitig den weiteren Sanierungsprozess und die Stabilisierung zahlreicher Wohnquartiere.

Der Schwerpunkt der Neuorientierung der Leipziger Stadtentwicklungspolitik lag in der Folge auf der Stabilisierung des Wohnungsmarktes. Durch gezielten Abriss von Wohngebäuden, die Unterstützung von Eigentumsbildung in denkmalgeschützten Altbauten und neuen Stadthäusern, die Schaffung großräumiger Grünstrukturen und kleinteiliger Zwischennutzungen sowie eine integrierte Quartiersentwicklung konnten wichtige Erfolge erreicht werden.

Seit 2001 hat die Einwohnerzahl in den Altbauquartieren um 40.000 Personen zugenommen, der Rückbau von über 11.500 Wohnungen hat dazu beigetragen, dass die Leerstände auf nunmehr 40.000 Wohnungen (13%) zurückgehen konnten.

Die positiven Einwohnerprognosen lassen erwarten, dass bei nur leicht steigenden Baufertigstellungen der Wohnungsleerstand bis 2012 auf ca. 10% zurückgehen wird und danach tendenziell stagniert. Damit bleibt auch mittelfristig ein Rückbaubedarf erhalten.

Gleichzeitig ist vor allem mit einer qualitativen Veränderung der Nachfrage und daraus resultierenden Handlungserfordernissen zu rechnen. Insbesondere die Nachfragergruppen der kleinen Haushalte mittleren Alters, der Haushalte mit Kindern und der Hochaltrigen werden weiter anwachsen. Im Bezug auf Wohnpräferenzen und finanzielle Möglichkeiten dieser Haushalte ist zu erwarten, dass an bestimmten Standorten und Marktsegmenten die Nachfrage das Angebot übersteigen wird. Deshalb besteht Handlungsbedarf bei der Anpassung und Qualifizierung des Wohnungsbestandes sowie der Sicherung von preisgünstigem Wohnraum in Leipzig.

Ziele

Die Stadt Leipzig verfolgt das Ziel, sich als attraktiver und konkurrenzfähiger Wohnstandort in der Region weiter zu entwickeln und es allen Bürgern zu ermöglichen, entsprechend ihren Wünschen, Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten adäquaten Wohnraum zu finden. Das beinhaltet in der Verantwortung, soziale, ökonomische und städtebauliche Aufgaben des Wohnungsmarktes zu unterstützen:

 
 
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Download

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Seko B1 1 Raeuml Handlschwerpunkte
Karte B 1.1 - Räumliche Handlungsschwerpunkte (PDF 2,7 MB)
 
Seko B1 2 Kleinraeumig Zielaussagen
Karte B 1.2 - Kleinräumige Zielaussagen (PDF 2,5 MB)
 

Langfassung Fachkonzept Wohnen (PDF 300 kB)

 
 
 
  • Sicherung des vorhandenen breiten Wohnangebots sowie Schaffung neuer Wohnformen
  • Sanierung und Modernisierung zur Stärkung vor allem historischer Bausubstanz
  • Sicherung eines ausreichenden Angebots an preiswertem Wohnraum für einkommensschwache
  • aktive Flächenpolitik zur Lenkung der Eigenheimnachfrage in das innere Stadtgebiet
  • Rückbau von dauerhaftem Leerstand unter Berücksichtigung städtebaulicher, infrastruktureller und denkmalpflegerischer Gesichtspunkte bzw. Offenhalten langfristiger Rückbauoptionen.


Handlungsschwerpunkte

Zur Umsetzung dieser Ziele werden räumliche und inhaltliche Schwerpunkte in den Bestandsquartieren gesetzt (siehe Karte B 1.1):

  • Stabilisierung benachteiligter Altbauquartiere durch integrierte Stadtteilentwicklung,
  • Stabilisierung der Magistralen durch integrierte Entwicklungskonzepte,
  • Qualifizierung des Wohnungsbaus der 50/60er Jahre für aktuelle und ggf. zukünftige Bewohner,
  • Stabilisierung der Großsiedlungen entsprechend ihrer Rolle im Wohnungsmarkt,
  • Handlungsansätze zur weiteren Umsetzung von Rückbau,
  • Handlungsansätze zur Steuerung von Wohnungsneubau im Stadtteil und Umnutzung im Bestand.


Ergänzend dazu sollen die vorhandenen Neubauflächen am Stadtrand entsprechend dem tatsächlichen Bedarf überprüft und ggf. reduziert werden. Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung werden gleichzeitig die vorhandenen Ansätze zur Unterstützung innerstädtischer Eigentumsbildung weiterentwickelt und ausgebaut.

Zur Steuerung des Fördermittel- und Ressourceneinsatzes wurden die Bestandsquartiere kleinräumig bewertet und in konsolidierte, konsolidierungswürdige und Umstrukturierungsgebiete unterschieden (siehe Karte B 1.2).

Im Umsetzungsprozess kommt der Kooperation mit den Wohnungsmarktakteuren eine hohe Bedeutung zu. Dabei kann die kommunale Wohnungsgesellschaft ein wichtiges Instrument zur Absicherung der wohnungspolitischen Ziele sein. Detaillierte Aussagen zur Versorgung von einkommensschwachen Haushalten und besonderen Bedarfsgruppen werden im Wohnraumversorgungskonzept dargestellt.

 
 

deli.cio.us Mister Wong

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