|
|
 |
| |
Klima/Luft |
Mit dem Rückgang der Kohleheizungen, dem Einbau moderner Filteranlagen und der Stilllegung vieler Industrie- und Gewerbeanlagen ging die Luftschadstoffbelastung durch Schwefeldioxid und Staub in Leipzig seit 1990 zurück. Dagegen stiegen verkehrsinduzierte Luftschadstoffe wie Benzol, Dieselruß und Stickoxide an. Der kanzerogen wirksame Feinstaub (PM 10) überschreitet in der Kernstadt häufig die zulässigen Grenzwerte. Dichte Bebauung und schluchtartige Straßenabschnitte verschärfen hier die schlechten Austauschbedingungen.
Bodenversiegelung, Energie- und Schadstoffausstöße schaffen in Leipzig ein spezifisches Stadtklima* mit teilweise hohen bioklimatischen Belastungen für den Menschen. Die Lufttemperatur liegt in Bodennähe gegenüber dem Umland um bis zu 3 °C höher. Abhängig von der Bebauung werden Windgeschwindigkeiten um bis zu 40 % reduziert oder Düseneffekte erzeugt. Der hohe Versiegelungsgrad bedingt die Verringerung der relativen Luftfeuchte um etwa 10%. Der Aerosolgehalt (z. B. Ruß, Mineralstaub, Pollen) der Stadtluft ist bis zu 1.000 % erhöht.
Klimatisch entlastend wirken die Kaltluftentstehungsgebiete. Das sind land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen sowie größere innerstädtische Grünflächen, die durch nächtliche Ausstrahlung darüber liegende Luftschichten abkühlen. Auch Waldflächen haben eine ähnliche klimatische Ausgleichsfunktion. Zugleich filtern sie Schmutz aus der Luft. Mit diesen Flächen verbundene Luftleitbahnen entlang von Gleisanlagen, größeren Straßenzügen, Wasserflächen und Grünzügen dienen dem Luftaustausch. Davon gibt es im Umland aufgrund geringer Höhenunterschiede nur wenige. Im Nordosten der Stadt befanden sich die stärksten Kaltluftströme. Heute bildet die Bebauung hier eine Barriere. Senken ohne Kaltluftabfluss wirken als Luftschadstoff sammelnde Kaltluftseen.
Die klimatisch-lufthygienische Situation wird durch die Entkernung und Entsiegelung übermäßig bebauter Blockinnenbereiche, der Erhalt, die Neuanlage und die Vernetzung von Grünflächen, die Begrünung von Innenhöfen, Fassaden, Dächern und Straßenräumen, Immissionsschutzpflanzungen an den Autobahnen und im Südwesten der Stadt, der Erhalt und die Aufwertung von Luftleitbahnen und Kaltluftabflüssen, die Beseitigung von Strömungshindernissen, Verkehrsberuhigung, die Förderung des ÖPNV und umweltfreundliche Heizanlagen entlastet.
Der Luftreinhalteplan für die Stadt Leipzig führt neben einer Erfassung der lufthygienischen Belastung konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lufthygiene auf. |
| |
| |
|
 |
 |
 |

|
Zielkonzept Klima |
|
| |
|
|
 |
 |
|