Die lange Geschichte Leipzigs lässt sich nicht nur an seinen Baudenkmalen nachvollziehen, sondern sie hat auch in der Landschaft ihre Spuren hinterlassen. Die Kenntnis der Zeugnisse der historischen Kulturlandschaftsentwicklung ist eine Voraussetzung, um sie als Kultur- und Sachgüter vor Beeinträchtigungen zu bewahren.
Historische Formen der Landnutzung sind allerdings in Leipzig nur noch in Relikten erhalten, v.a. in den Streuobstwiesen an den alten Ortsrändern. Dagegen sind die verschiedenen wasserbaulichen Anlagen wie mittelalterliche Mühl- und Floßgräben, Kanäle und Hochwasserschutzanlagen aus dem 19. und 20. Jahrhundert in der Region Westsachsen in dieser Konzentration einmalig.
Beim Abbau von Rohstoffen (v. a. Lehm, Sand, Kies und Braunkohle) in den vergangenen Jahrhunderten wurde immer wieder das Grundwasser angeschnitten und künstliche Gewässer geschaffen. Auf diese Weise entstand z. B. die eine ganze Reihe von Lehmlachen in der nordwestlichen Elsteraue.
Entlang der Auen bzw. an den Auekanten liegen auch viele der historischen Ortslagen, v. a. die slawischen Ursprungs. Die charakteristischen Dorfformen haben sich v. a. außerhalb der Stadt erhalten, etwa in Rehbach, Baalsdorf oder Gottscheina. Dagegen liegen die großen alten Parkanlagen wie Rosental, Clara-Zetkin-Park oder Mariannenpark relativ zentral.
Kulturlandschaftselemente, an denen die historische Entwicklung der Kulturlandschaft ablesbar ist, sollen nach Möglichkeit erhalten werden. Das schließt neben der Erhaltung teilweise auch die Pflege oder Wiederherstellung einzelner Elemente ein. Der Landschaftsplan dokumentiert den Bestand an Kulturlandschaftselementen v.a. im Plan Zeugnisse der Kulturlandschaft, der historische Ortskerne, Villengebiete, und Siedlungen, historische Parkanlagen, Schmuckplätze, Kleingärten, und Friedhöfe, die zu erhaltende Relikte der Land- und Waldnutzung, sowie landschaftsprägende historische Bauwerke wie Kirchen, Güter, Schlösser, Mühlen, Bahnviadukte. |