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Wasser |
Leipzigs Fließgewässerknoten mit seinen breiten Flussauen bot in vergangenen Zeiten den Menschen reiche Fischbestände, lieferte Wasserkraft und bildete die Grundlage für wichtige Gewerke sowie Transportwege. Stehende Gewässer in Leipzig wurden künstlich durch den Menschen geschaffen, sei es durch den Abbau von Rohstoffen oder um die Hochwassergefahr zu bannen.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war das ursprüngliche Fließgewässersystem wenig beeinträchtigt. Die fortschreitende Industrialisierung und die stetig wachsende Bevölkerungszahl beanspruchten die Gewässer und Auen durch Ausbaumaßnahmen, Begradigungen, Uferbefestigungen, den Bau von Kanälen, Staubecken und anderen wassertechnischen Anlagen sowie die Belastung durch Abwässer. Der ursprüngliche Zustand veränderte sich in hydrologischer wie biologischer Hinsicht erheblich. Auf weiten Strecken wurden die übel riechenden, durch Abwässer belasteten Fließgewässer überwölbt und verschwanden aus der Wahrnehmung der Menschen unter der Erdoberfläche. Es ist heute kaum bekannt, dass es in Leipzig mehr als 457 Gewässerbrücken gibt.
In den nächsten 15 Jahren soll ein messbar guter ökologischer und chemischer Zustand aller natürlichen Gewässer durch Vermeidung des Eintrages von nichtabbaubaren Stoffen wie z. B. Schwermetalle oder Mineralölderivate und durch eine umweltgerechte Land- und Forstwirtschaft erreicht werden. Nach Möglichkeit werden Fließgewässer wieder frei gelegt. Schwer lösbar ist das Problem der durch die Industrie der Vorwendezeit kontaminierten Sedimente in Fließgewässern, Aue und Elsterbecken.
Hochwasserschutz ist in der Stadt am Gewässerknoten schon lange Zeit ein wichtiges Thema. Verbaute und versiegelte Auen bieten bei Hochwasser keinen ausreichenden Retentionsraum. Mit Hilfe des für Leipzig 2004 entwickelte Hochwasserschutzkonzeptes soll die Hochwassergefahr minimiert, Retentionsräume erhalten und weitreichend wiederhergestellt werden.
Gewässer stehen meist in engem Kontakt zum Grundwasser. Das Beeinträchtigungsrisiko des Grundwassers hängt von der Beschaffenheit der überdeckenden Böden und Gesteine ab. Die Qualität des Grundwassers kann durch die Vermeidung von Stoffeinträgen durch Gartenbau, Forst- und Landwirtschaft, dem Grundwasser schonenden Betrieb von technischen Anlagen, die mit Grundwasser gefährdenden Stoffen arbeiten, geschützt und erhöht werden. Der großflächige Braunkohleabbau senkte den Grundwasserspiegel im Raum Leipzig künstlich ab. Dieser stellt sich seit dem Ende des Abbaus neu ein. Ungehindertes Versickern des Niederschlagswassers im Boden erhöht die Grundwasserneubildungsrate.
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Zielkonzept Wasser |
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