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Chirurgische Planungseinheit der Zukunft
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(08.02.2010)
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Das Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) stellt am 17.02.2010 einen weltweit einmaligen neuen Hightech-Raum für die Operationsplanung von Tumoren vor. Hier werden zuvor erhobene Patientendaten in einem digitalen Patientenmodell zusammengeführt, das auf Großbildschirmen präsentiert wird. So kann in der Expertenrunde nicht nur die jeweils beste Operationsmethode für das individuelle Krankheitsbild diskutiert werden, sondern der chirurgische Eingriff kann virtuell oder am Gipsmodell simuliert werden.
Chirurgische Eingriffe, insbesondere zur Entfernung von bösartigen Tumoren, im Volksmund schlicht "Krebs" genannt, werden heute im Vorfeld von einem Expertengremium in einer Konferenz, dem sogenannten Tumorboard, diskutiert und geplant. Dem Patienten soll eine individuelle und damit optimale Behandlung nach dem aktuellen Stand der Forschung ermöglicht werden. Der Therapieentscheidung des Expertengremiums liegen die Ergebnisse moderner Diagnoseverfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT), Untersuchungen zu Größe und Infiltrationsgrad der Tumore, der Labor- und Funktionsdiagnostik sowie zunehmend auch molekularbiologischer Gewebeproben zugrunde. Diese Daten müssen vom Experten quasi im Kopf zu einer Gesamtaussage zusammen geführt werden. Das ist der gegenwärtige Stand.
Der Schritt in die Zukunft
ICCAS geht mit der chirurgischen Planungseinheit, einen bedeutenden Schritt weiter: In ICCAS wurde mit Unterstützung des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) und der Firma Medplan ein weltweit einmaliges Modell für die chirurgische Planung entwickelt, das die vielen erhobenen Daten nicht nur zusammenführt, sondern in einem digitalen Patientenmodell auf einem überdimensionalen Bildschirm präsentiert. Das individuelle Krankheitsbild eines Patienten kann mit Computervisualisierung und Animation leicht erfasst und beurteilt werden. Und das alles in einer entspannten Atmosphäre, die durch Licht in verschiedenen Farben untermalt wird.
Im OP-Saal selbst erleichtert die Datenzusammenführung im Patientenmodell dem Chirurgen die Arbeit beträchtlich; muss er doch nicht mehr alle Einzeldaten vor Ort persönlich intellektuell zusammenführen, um erfolgreich operieren zu können. Er kann sich jetzt voll auf das perationsgeschehen konzentrieren.
Aber damit nicht genug: Mit der chirurgischen Planungseinheit können verschiedene Varianten des chirurgischen Eingriffs virtuell oder am Gipsmodell simuliert werden. Damit können auch versierte Chirurgen komplizierte und neuartige Eingriffe üben bzw. den besten Zugangsweg zur Geschwulst herausfinden. Für den betreffenden Patienten bringt jeder Schritt ein bedeutendes Plus an Sicherheit und die Gewissheit, dass er auf dem neuesten Stand der Medizin behandelt wird.
(Universität Leipzig)
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