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Gewandhaus, Oper, Schauspiel - Bach, Mendelssohn, ... |
Leipzigs internationaler Ruf als Musikstadt ist eng mit dem Wirken des Gewandhausorchesters verbunden. Das renommierte Orchester musiziert im Neuen Gewandhaus am Augustusplatz und steht in der Tradition des 1743 gegründeten "Grossen Concerts". Es gilt als das älteste bürgerliche Konzertorchester im deutschen Raum. Der Klangkörper ist in jedem Jahr zu Tourneen im In- und Ausland unterwegs. In Leipzig musiziert das Orchester, das vom international renommierten Dirigenten Riccardo Chailly geleitet wird, zudem gemeinsam mit dem Thomanerchor in der Thomaskirche und zu den Inszenierungen in der Leipziger Oper.
Weiterhin existieren mehrere Kammermusik-Ensembles mit Solisten und Musikern des Orchesters. Unter ihnen sticht besonders das Gewandhaus-Quartett hervor. Gegründet im Jahre 1809 ist es das älteste Streichquartett der Welt. Mit einem umfangreichen Repertoire an klassischen und zeitgenössischen Liedern treten der Gewandhauschor sowie der Kinder- und Jugendchor des Hauses auf. Einen besonderen Höhepunkt im Leipziger Musikleben bilden in jedem Jahr die Mendelssohn-Festtage des Gewandhauses. Sie ermöglichen besondere Begegnungen mit den Werken Mendelssohn Bartholdys und seinem Wirken als Gewandhauskapellmeister.
Doch das musikalische Schaffen Leipzigs hat noch weiter zurückreichende Wurzeln. Der heutige Thomanerchor hatte seine Wiege im Augustiner-Chorherrenstift und besteht nunmehr seit über 780 Jahren.
Der berühmteste Kantor war von 1723 bis 1750 Johann Sebastian Bach. Als Kantor war er Kirchen-, Rats- und Universitätsmusik-Direktor, de facto also Stadtmusikdirektor. Seinem reichen musikalischen Erbe fühlt sich der Knabenchor besonders verpflichtet. Jeden Freitagabend und Samstagnachmittag, ausgenommen in den Schulferien und bei Gastspielreisen, kann man ihn bei den Kantaten bzw. Motetten in der Thomaskirche hören. Die Zeit Bachs wird auch im Bach-Museum am Thomaskirchhof wieder lebendig, in dessen Innenhof und Sommersaal Serenadenkonzerte erklingen.
Höhepunkt der Bachpflege am Hauptwirkungsort des berühmtesten Thomaskantors ist das jährlich im Juni stattfindende Bachfest Leipzig.
Mit dem Wirken großer Musiker, wie dem geborenen Leipziger Richard Wagner, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und anderen, ist gleichfalls eine Blütezeit der Musik- und Opernkultur der Stadt verbunden.
Gerade Mendelssohn, dessen letzte Wohnstätte sich in der Goldschmidtstraße 12, dem heutigen Mendelssohn-Haus befindet, vermittelte der europäischen Musikkultur vielfältige Impulse. Er gründete das erste deutsche Konservatorium in Leipzig, die heutige Hochschule für Musik und Theater.
Die Geburtsstunde der Oper schlug bereits 1693, womit sie in der Tradition die zweitälteste deutsche Musikbühne ist. Würdigung im europäischen Rahmen erfuhr die Oper am Ende des letzten Jahrhunderts, als sie zweimal als "Opernhaus des Jahres" geehrt wurde. Das renommierte Haus besitzt zudem mit dem Leipziger Ballett eines der besten europäischen Ballettensembles, den Opernchor, einen Kinderchor sowie eine Ballettschule. Musicals und Operetten werden im historischen Haus Dreilinden (Musikalische Komödie) aufgeführt.
Musikalisch eng mit der Stadt und dem Hörfunk verbunden ist das Sinfonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Neben dem Klangkörper wirken der MDR-Chor, der zu den besten europäischen Gesangsensembles zählt, ebenso wie der Kinderchor des MDR bei vielbeachteten Aufführungen im In- und Ausland mit.
Reiche Chortraditionen der Stadt Leipzig sind nicht nur bei den größeren Ensembles vorhanden, sondern ebenso bei einer Vielzahl von Laienchören, die sich in ihrer Freizeit zusammenfinden und zu verschiedenen Anlässen auftreten. Beispiele bilden der Chor des Völkerschlachtdenkmals oder der Leipziger Synagogalchor, der sich der Pflege jüdischen Liedgutes verschrieben hat.
Für die Entwicklung des Theaters in Leipzig war das Wirken Caroline Neubers sehr bedeutsam. Sie gilt als Mitbegründerin des deutschen Sprechtheaters und trat im Großen Blumenberg am Brühl auf. Das Schauspielhaus in der Bosestraße, das mit Übernahme der Intendanz durch den Regisseur und gebürtigen Leipziger Sebastian Hartmann zur Spielzeit 2008/2009 wieder den Namen Centraltheater trägt, versteht sich als offenes Haus, das sich der Theatertradition nicht versperrt, zugleich aber eine offene, d.h. kunstübergreifende und reaktionsschnelle Werkstattatmosphäre pflegt. Ganz in diesem Sinne und unter eigener künstlerischer Leitung richtet die zweite Spielstätte mit dem Namen »Skala« ihren Fokus auf Theater als Prozess, das bewusst auf Spielpläne und Theaterstandards wie Probenwochen und Premieren verzichtet und täglich ab 16 Uhr seine Türen öffnet.
Stücke für Kinder und Jugendliche bestimmen das Repertoire des Theaters der Jungen Welt, dem ältesten deutschsprachigen Kinder- und Jugendtheater.
Das LOFFT, Leipziger Off-Theater am Lindenauer Markt, ist lebendiges Theater gegen die Norm, für Experimente mit einer Theaterästhetik der Zukunft und einem Raum explosiven Spiels. LOFFT, das sind Büro für OFF-Theater, theater structur focal, Studiobühne, Poetisches Theater und INSELbühne. Daneben gibt es die theaterkompanieleipzig als Theater der Kirche mit seiner Spielstätte in der Otto-Schill-Straße und das theater fact, das in der Hainstraße im Barthels Hof sein Domizil hat.
Einen festen Platz im Kulturkalender der Stadt Leipzig hat seit Jahren im Monat November die euro-scene Leipzig, das Festival zeitgenössischen europäischen Theaters.
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